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Montag, 4. Juli 2011
Vorstellung der iraniscen Studentenbewegung
Termin - Am 9. Juli werden vier ehemalige Aktivisten der Studetenbewegung über die iranische Studentenbewegung sprechen.
Samstag, 9. April 2011
Offener Brief an Ahmad Zeidabadi, dem diesjährigen Preisträger der UNESCO für Pressefreiheit
Lieber Zeidoo [iranische Journalisten und Blogger die Zeidabadi mochten nannten ihn Zeidoo],
herzlichen Glückwunsch zum Erhalt des diesjährigen Guillermo-Cano-Preises der UNESCO für Pressefreiheit. Ich weiß nicht, wann du benachrichtigt werden wirst, dass du dieses Jahr diesen Preis erhalten hast. Wahrscheinlich wird die Mehrheit der iranischen Bevölkerung sich über diese Entscheidung der UNESCO freuen. Ich und viele andere Menschen hoffen, dass dieser Preis dir hilft, dass du bald wieder
Lieber Zeidoo,
Dienstag, 10. August 2010
Fünfzehn Gefangene beenden Hungerstreik
Während ich den folgenden Artikel über die Hungerstreiks schrieb, erfuhr ich, dass 15 von 16 politischen Gefangenen mit dem Hungerstreik aufhörten.
Keyvan Samimi beendet aber seinen Hungerstreik erst dann, wenn die anderen 15 zur allgemeinen Abteilung verlegt werden.
Diese Nachricht wurde aber noch nicht von ihren Familie bestätigt. Weitere Details werden später veröffentlicht.
Folgendes schrieb ich, bevor ich über das Ende der Streiks benachrichtigt wurde:
Keyvan Samimi beendet aber seinen Hungerstreik erst dann, wenn die anderen 15 zur allgemeinen Abteilung verlegt werden.
Diese Nachricht wurde aber noch nicht von ihren Familie bestätigt. Weitere Details werden später veröffentlicht.
Folgendes schrieb ich, bevor ich über das Ende der Streiks benachrichtigt wurde:
Sonntag, 18. April 2010
Momenis Frau in einem Interview mit Deutscher Welle
"Ich kann Ihnen momentan nur sagen, dass während Abdollah schlief, niemand sich traute, eine Tür auf oder zu zu machen. Sofort schrie er 'sie schlagen mich'. "
Quelle (persisch): http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5466920,00.html
DW: Frau Ayande Vand, Ihr Mann, Abdollah Momeni, wurde vor der von den Verantwortlichen versprochenen Urlaubszeit ins Gefängnis zurückgebracht. Was war der Grund?
Quelle (persisch): http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5466920,00.html
DW: Frau Ayande Vand, Ihr Mann, Abdollah Momeni, wurde vor der von den Verantwortlichen versprochenen Urlaubszeit ins Gefängnis zurückgebracht. Was war der Grund?
Fr. Ayand Vand: Ich denke, dass Abdollahs Verweigerung, ihre Wünsche zu erfüllen, der Grund war.
Was meinen Sie? Bitte erläutern Sie genauer, was sie von Herrn Momeni verlangten, wenn es möglich ist.
Sie verlangten jede paar Tage etwas. Einmal wollten sie, dass die Webseite Bamdad-e-Khabar schließt. Einmal war es sein Rücktritt von der [Studentenorganisation] Tahkim-e-Vahdat. Und andere Sachen, die von ihm verlangt wurden, wie zum Beispiel, dass Abdollah in seinen Reden gegen sich und die Studentenbewegung etwas sagt, was Abdollah nicht akzeptierte, und nicht akzeptieren konnte. Und andere Wünsche die ich nicht mehr weiß … aber wirklich, sie verlangten sehr viele Sachen und manche kann man nicht erwähnen.
Heißt das, dass sie dauernd Herrn Momeni anriefen und die Wünsche erwähnten?
Ja. Sie riefen immer an und verlangten diese, damit sein Gefängnisurlaub Tag für Tag erfüllt wird. Aber leider oder glücklicherweise konnte Abdollah diesen Wünsche nicht nachgehen.
Wie war der psychische Zustand von Herrn Momeni, als er zu Hause war?
In der Zeit, in der er freigelassen war, konnte man ihn als gut bezeichnen. Sein psychischer Zustand war gut. Aber als sie anriefen, ging es ihm wirklich nicht gut. Ihre Anrufe hatten auch negative Auswirkungen auf mich und die Kinder. Weil weder Abdollah noch ich mit ihnen etwas zu tun haben wollten. Das war für uns sehr schwierig, dass sie dauernd anriefen. Aber insgesamt war sein psychischer Zustand gut.
In der Zeit, in der er freigelassen war, konnte man ihn als gut bezeichnen. Sein psychischer Zustand war gut. Aber als sie anriefen, ging es ihm wirklich nicht gut. Ihre Anrufe hatten auch negative Auswirkungen auf mich und die Kinder. Weil weder Abdollah noch ich mit ihnen etwas zu tun haben wollten. Das war für uns sehr schwierig, dass sie dauernd anriefen. Aber insgesamt war sein psychischer Zustand gut.
Haben Sie in dieser Zeit auch bei Ihnen zu Hause vorbeigeschaut, gab es auch direkte Gespräche, oder waren diese Gespräche nur per Anruf?
In dieser Zeit nicht, sie kamen nicht zu uns ins Haus. Die Kontakte waren mehr per Telefon. Einmal haben Sie ihn zum Büro der Verfolgung von Informationen mitgenommen.
Woher wurden Sie angerufen, auch vom Büro der Verfolgung von Informationen oder von Gefängnisverantwortlichen, von der Judikative, vom Informationsministerium? Woher kamen diese Anrufe?
Es war mehr vom Informationsministerium, bis neulich jemand sich vom Revolutionsgericht vorstellte. Am letzten Tag, am Dienstag, wurde abgemacht, dass sie Abdollah am Mittwoch anrufen und seinen [Gefängnis-]Urlaub verlängern. Aber leider riefen sie an und verlangten, dass Abdollah um elf Uhr zum Revolutionsgericht geht. Sie brachten Abdollah von dort aus ins Gefängnis.
Können Sie ihn jetzt wöchentlich besuchen?
Es ist noch keine Woche vorbei. Aber wenn Sie mir keine Besuchserlaubnis geben, werde ich von einigen Sachen berichten, die ich während dieser Zeit von Abdollahs Verhalten bemerkt habe. Um mich kurz zu fassen: ich bleibe auch nicht einfach still.
Was haben Sie denn vom Verhalten von Herrn Momeni gemerkt?
Ich kann Ihnen momentan nur sagen, dass während Abdollah schlief, niemand sich traute, eine Tür auf oder zu zu machen. Sofort schrie er "sie schlagen mich". Er wachte auf, wir weckten ihn auf und sagten ihm nein, du schläfst, hier ist keiner der dich schlägt.
Interviewer: Mitra Shojai
Fußnote: Übersetzt wurde nur das Interview auf Deutsche Welle, da die notwendige Erklärungen über Abdollah Momeni und Tahkim-e-Vahdat bereits auf diesem Blog vorhanden sind.
Dienstag, 2. März 2010
Der Staat und die Wohnheime
Jeder Iraner weiß: nicht nur das jetzige Regime Irans schlägt seine Studenten nieder. Am 7. Dezember des Jahres 1953 töteten Regierungkräfte des Schahs drei Studenten. Seitdem ist dieser Tag der Studententag im iranischen Kalender. Damals protestierten die Studenten gegen den Staatsbesuch des amerikanischen Vize-Präsidenten Richard Nixon.
Vor zehn Jahren
Vor allem das Wohnheim der Teheran-Universität war oft Schauplatz der Studentenunterdrückung und Gewalt. Vor zehn Jahren wurde das Wohnheim nachts gestürmt, weil die Studenten sich wegen des Schließens einer Zeitung, die den damaligen Präsidenten Khatami unterstütze, versammelten. Die Hauptstadt war unruhig, die Zeitungen, die von den Unruhen berichteten, verkauften sich gut. Obwohl die Unruhen sehr klein waren, hoffte man auf eine Änderung. Den Studenten wurde von der Regierung viel versprochen, damit sie mit ihren Protesten aufhörten. So kam es zu Gerichtsverhandlungen. Am Ende der Gerichtsverhandlungen bekam nur der Anwalt der Studenten eine lange Haftstrafe. Von den Attackierenden bekam nur einer eine Haftstrafe: für das Klauen einer Rasiermaschine! Daraufhin verlangten die Studenten ein Treffen mit Präsident Khatami. Als er dies ablehnte, fing der Zweifel an den Reformisten an. Manche meinten, die Islamische Republik sei nicht reformfähig, die anderen meinten, Khatami sei ein Philosoph und kein Politiker.
Vor acht Monaten
Nach den Präsidentschaftswahlen war das Wohnheim der Teheran-Universität wieder einmal Szene der Gewalt (siehe Artikel: Angriff auf Studenten). Iranische Studentenwebseiten wie Amir-Kabir berichteten von einem Angriff von Ansar-e-Hezbollah (siehe Kommentar von Publicola zum oben erwähnten Artikel), die später von der Polizei unterstützt wurde.
Warum hat das Regime solch eine Angst vor den Studenten der Wohnheime?
Die Unterdrückung der Studenten im Iran hat die Studenten noch nie zum Schweigen bringen können. Weder in der Schah-Zeit, noch vor zehn Jahren. Studenten wurden durch solche Aktionen lauter und radikaler. Unpolitische Studenten wurden politisch.
Studenten im Iran, die in den Wohnheimen leben, sind normalerweise von ärmeren Familien, die sich keine Wohnungen und Häuser mit ihren Freunden leisten können. Mehrere Studenten teilen sich ein Zimmer; sie kennen also die Probleme des Landes gut. Außerdem sind solche Studenten besonders intelligent. Jeder Iraner weiß, wie schwierig es ist, an Universitäten Teherans teilnehmen zu dürfen. Es gibt einen Test, an dem zehntausende teilnehmen. Nur die besten Hundert haben eine Chance sich an Teherans Universitäten einzuschreiben, es sei denn, man ist Bassij-Mitglied. Die Studenten der Teheran-Universität kennen also nicht nur die Probleme, sie verstehen auch die Gründe der Probleme. Und Wohnheime sind eine guter Platz für Meinungsaustausch. Zudem sind iranische Studenten politisch gesehen sehr wichtig (siehe erster Paragraph vom Artikel "Zeidabadi und seine Familie").
Wiederholter Fehler: Snobs, die arm sind
Es heißt, die Sepah rechnete mit kleinen Protesten der Wähler nach der Wahlfälschung. Manche Aussagen der Sepah-Mitglieder bestätigen dies. Ihre Theorie war, Mousavi und Karroubis Wähler seien hauptsächlich Snobs. Schläge man sie einmal mit Schlagstöcken, würden sie zurück in ihre Häuser gehen. So eine Ansicht über die Studenten des Wohnheims zu haben zeigt, wie wenig die Sepah die Gesellschaft kennt.
Dienstag, 23. Februar 2010
Breaking Video: Angriff auf Studenten in Teheran (BBC)
Datum des Geschehens: drei Tage nach den Wahlen im Iran
Ort: Wohnheim der Teheran-Universität
Bemerkung: Das Video wurde erst heute (am Montag, den 22.02.2010) veröffentlicht. Es wurde von Bassij-Mitgliedern gedreht, und nicht wie üblich mit Handys von Demonstranten. Heute wurde das Video an BBC gesendet.
Vorsicht: Das Video beinhaltet brutale Szenen.
Kommentar zum Video:
Minuten 00:40-3:00: Die Bassij will ins Wohnheim einbrechen. Es gelingt ihnen nicht, weil Studenten steinewerfend Widerstand leisten. Spezialeinheiten der Polizeikräfte kommen nach um die Bassij zu unterstützen. Die Bassij und die Polizei dürfen laut Gesetz nur mit der persönlichen Erlaubnis des Universitätsrektors ins Wohnheim eintreten. Das Rektorat bestreitet, eine Erlaubnis gegeben zu haben.
Minuten 3:00-4:40: Erste verhaftete Studenten werden geschlagen. Man hört sehr oft Bassij-Mitglieder zu den Polizeikräften sagen: "Schlag nicht, Herr, schlag nicht". Die BBC-Moderatorin sagt: "Die BBC zensierte manche an Studenten gerichtete Schimpfwörter, da sie zu vulgär waren." Die Bibliothek des Wohnheims wird in 4:08 Minute gezeigt.
Ab Minute 4:40: BBC-Moderatorin: "Augenzeugen berichteten von einem Schreckenstunnel. Studenten mussten mehrfach durch diesen von der Polizei gebauten Tunnel laufen. Währenddessen wurden sie mit Schlagstöcken geschlagen". Die Anzahl der Bassijis, die "schlag nicht" rufen, steigt.
Bemerkung: Die Studentenorganisation Tahkim-e-Vahdat berichtete von fünf Todesopfern in dieser Nacht. Die iranische Regierung bestritt dies und behauptete, es gäbe nur zwischen hundert und hundertzwanzig Verletzte.
Madyar, ein iranischer Blogger, vergleicht den Fall mit dem Fall im Abu-Ghureib-Gefängnis, und fragt den Leser was schlimmer sei: "In einem Bild sind die Menschen nackt, im anderen haben sie Klamotten an. In einem sind sie aber im Gefängnis, im anderen sind sie an einer Universität".
Fußnote:
1. Später werde ich mehr über diesen Tag schreiben. Bisher schrieb ich nichts darüber, weil dieses Blog erst später entstanden ist, als diese Ereignisse von der Öffentlichkeit fast vergessen waren. Heute machen sie wieder Schlagzeilen.
2. Vor zehn Jahren wurden Studenten im gleichen Wohnheim auf ähnliche Weise niedergeschlagen.
3. Von diesem Tag hatte man viel gehört. Nicht nur die Opposition, sondern auch die Regierung, darunter auch Ajatollah Chamenei, sprachen von schrecklichen Ereignissen. Er sagte aber, die gewalttätigen Kräfte wären "Feinde" der Regierung. Auf dem Video sieht man aber Uniformierte. Sogar Bassijis hatten an diesem Tag Mitleid mit den Studenten.
3. Von diesem Tag hatte man viel gehört. Nicht nur die Opposition, sondern auch die Regierung, darunter auch Ajatollah Chamenei, sprachen von schrecklichen Ereignissen. Er sagte aber, die gewalttätigen Kräfte wären "Feinde" der Regierung. Auf dem Video sieht man aber Uniformierte. Sogar Bassijis hatten an diesem Tag Mitleid mit den Studenten.
Dienstag, 24. November 2009
Zeidabadis Strafe
6 Jahre Haft, 5 Jahre Exil nach Gonabad im Nordosten Irans und lebenslanges Verbot der Teilnahme an politischen Aktivitäten schockierte wieder das ganze Land. Nach Momeni, Sprecher der wichtigsten reformorientierten Studentenorganisation Daftar-e-Tahikim-e-Vahdat, bekommt auch der Vorsitzende der Organisation eine harte Strafe. Das Gericht nannte bisher keinen Grund für diese Strafe. Vielleicht weiß der Richter mittlerweile, dass die Menschen den wahren Grund kennen: Äußerung von Kritik.
Zuvor unterschrieb der Richter dreimal, dass Zeidabadi für eine Kaution von zweihundertfünfzigtausend Dollar das Gefängnis verlassen dürfe, aber der Staatsanwalt verweigerte die Freilassung! Damit war Zeidabadis Haft in den letzten Monaten absolut illegal. Die Kaution wurde jetzt auf dreihundertfünfzigtausend Dollar erhöht. Seine Familie und sein Anwalt versuchen momentan das Geld aufzutreiben und hoffen, dass Ahmad Zeidabadi damit für die Zeit bis zum nächsten Gerichtsverfahren aus dem Gefängnis frei kommen kann, zumindest vorübergehend.
Seine Verhörer haben sicher Angst, dass Zeidabadi über die Folterungen, unter denen er lange leiden musste, spricht. Viele warten auf seinen nächsten Artikel. Jetzt mehr denn je.
Sonntag, 22. November 2009
Schlagzeilen der Woche (#4)
1. Harte, unverhältnismäßig lange Strafen für Studenten und Politiker
Abtahi, der Blogger-Mullah, bekam am Freitag eine Haftstrafe von 6 Jahren. Am gleichen Tag gab es Gerüchte, dass er wieder frei sei. Gründe seiner Strafe sind wie bei allen anderen pauschal: Gefährdung der inneren Sicherheit, Versammlung gegen die heilige islamische Republik; die unsinnige lange Liste der Anschuldigungen muss ich nicht zu Ende führen.
Abdollah Momeni, Sprecher der Studentenorganisation Daftar-e-Tahikim-e-Vahdat, bekam eine Haftstrafe von 8 Jahren.
Diese Nachricht schockierte das ganze Land. "8 Jahre Haft, weil er von Menschenrechten und Demokratie sprach" oder "wenn es irgendwo eine Versammlung wegen Menschenrechten gab, war Momeni immer da" sind keine Seltenheit auf persischsprachigen Blogs. Madyar, ein iranischer Blogger im Iran, schreibt auf seinem Blog an das Gericht und damit auch an die Regierung: "Glaubt ihr wirklich, dass ihr noch 8 Jahre an der Macht bleibt?". Im selben Artikel fügt er hinzu: "Abdollah Momeni war für etwa 4 Monate in Isolierhaft. Das ist das Schlimmste für einen sozialen Menschen, der gerne etwas mit vielen Freunden unternahm."
2. Arzt von Kahrizak, dem geschlossenen Foltergefängnis, ermordet?
Er war damit ein Folter-Zeuge. Von den Folterungen hatte der Arzt bereits berichtet. Pasdarans Sprecher behauptete, der Artzt beging Selbstmord. Seine Familie und oppositionelle Medien berichten aber über widersprüchliche Behauptungen über seinen Tod. Auf Süddeutsche gibt es einen ausführlicheren Bericht.
"Ewig ist der, dessen Herz für die Liebe erwacht ist…“, Ramin Pourandajanis Rede bei seiner Abschlussfeier kann man auf Julia's Blog lesen oder auf persisch anschauen.
"Sein jugendlicher Idealismus und seine Abschiedsworte erhalten angesichts seines verfrühten Todes eine neue und schmerzliche Bedeutung." (Julia).
3. Ahmadinedjads Besuch in Tabriz, wieder ein Flop
Das Bild oben ist von Kayhan, einer pro-Ahmadinenedjad-Zeitung, mit Photoshop bearbeitet worden. Das Foto unten ist das Original zu dem Bild oben.
Und wenn man es genauer anschaut, sieht man, dass die Zuschauer Schulkinder waren, die mit ihren Schulen hingehen mussten oder Bassij-Gruppen mit ihren Plakaten, um Präsenz zu zeigen. Weitere Bilder gibt es auf der onlymehdi.saharkhiz-Seite. Das Video "ich gestehe" war von ihm. Mittlerweile bloggt er auch selbst. Mutig wie sein Vater kämpft er gegen die Diktatur.

Mittwoch, 21. Oktober 2009
Zeidabadi (politischer Gefangener) und seine Familie
Ahmad Zeidabadi ist bei Studenten zweifellos einer der beliebtesten politischen Gefangenen, wenn nicht der beliebteste. Er ist nicht nur Journalist, sondern auch Vorsitzender der wichtigsten reformorientierten Studentenorganisation Daftar-e-Tahikim-e-Vahdat. Eine Gruppe, die Massen mobilisieren kann. Auch für Wahlen. Als diese Organisation vor vier Jahren entschied, die Wahlen zu boykottieren, war die Wahlbeteiligung bei etwa fünfzig Prozent. Bei den Wahlen dieses Jahres waren die Mitglieder gespalten. Die Mehrheit der Teheraner Mitglieder entschied sich zum großen Teil für Karroubi, die der anderen Städte für Mousavi.
Nun zu Ahmad Zeidabadi: Am Anfang war es so dass ich oft seine Artikel las, weil ich die Titel interessant fand. Irgendwann merkte ich mir seinen Namen und las seine Artikel in im Iran gefilterten Internetzeitungen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals einen Artikel von ihm nicht zu Ende gelesen habe. Auch wenn das Thema für mich uninteressant war, las ich sie wegen seinem Stil.
Kurz vor den Wahlen schrieb er für Karroubis Zeitung. Und seit den Wahlen ist er im Gefängnis. Bevor Karroubis Zeitung geschlossen wurde, schrieb ein Kollege von ihm in der Zeitung über Zeidabadi: "Während wir beim Tee trinken und Witze erzählen waren, saß er sich kurz aus Höflichkeit zu uns, ging dann schnell an seinen Laptop, las so viel wie möglich über seinen nächsten Artikel und fing an zu schreiben." Er schrieb mutig, über alles. Über Israel, über eine unterdrückte religiöse Minderheit namens Bahai. Er wurde immer wieder verhaftet, meistens aber schnell wieder frei gelassen. Seine Kinder sind schon seit ihrer frühen Lebensjahre sehr bekannt. Bekannt, weil sie leiden mussten. Weil sie oft erleben mussten, dass ihr Vater von irgendwelchen fremden Männern abgeholt wurde und eine Weile nicht mehr bei ihnen sein konnte. Einmal machte sein Sohn deswegen acht mal sein Bett nass. Wenn irgendwelche Menschenrechtler seine Frau nachts besuchen - nachts damit die Kinder nicht alles mitbekommen - berichten sie, dass die Kinder schnell zum Wohnzimmer kommen, weil sie wissen, dass es um ihren Vater geht. "Wie kann ich den Kindern erzählen: 'Ihr müsst jetzt schlafen gehen, weil ihr nicht wissen dürft, wie es eurem Vater geht'" Sie kommen einfach ins Wohnzimmer und warten neugierig, wie es ihrem Helden geht. Manchmal fragen sie auch etwas.
Dieses Mal ist er länger fern von der Familie. Er wird laut seiner Frau heftig geschlagen und darf seit einigen Wochen seine Familie nicht sehen. Gerüchten zufolge will man von ihm eine Unterschrift. Zeidabadi muss unterschreiben, nie wieder über Politik zu schreiben.
In einem Artikel vor den Wahlen schrieb er: "Falls eure ausländischen Freunde fragen, wie die Wahlen im Iran ausgehen werden, sagt das Pessimistischste was ihr euch vorstellten könnt". Hat Zeidabadi als einziger sehen können was geschehen wird und wollte es nicht wahr haben?
Vor ein paar Wochen schrieb ich über Hajjarian, den Philosophen im Rollstuhl. Kurz danach wurde er befreit. Hoffentlich kann sich auch bald Zeidabadis Familie freuen.
Dust and Trash
Nun zu Ahmad Zeidabadi: Am Anfang war es so dass ich oft seine Artikel las, weil ich die Titel interessant fand. Irgendwann merkte ich mir seinen Namen und las seine Artikel in im Iran gefilterten Internetzeitungen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals einen Artikel von ihm nicht zu Ende gelesen habe. Auch wenn das Thema für mich uninteressant war, las ich sie wegen seinem Stil.
Kurz vor den Wahlen schrieb er für Karroubis Zeitung. Und seit den Wahlen ist er im Gefängnis. Bevor Karroubis Zeitung geschlossen wurde, schrieb ein Kollege von ihm in der Zeitung über Zeidabadi: "Während wir beim Tee trinken und Witze erzählen waren, saß er sich kurz aus Höflichkeit zu uns, ging dann schnell an seinen Laptop, las so viel wie möglich über seinen nächsten Artikel und fing an zu schreiben." Er schrieb mutig, über alles. Über Israel, über eine unterdrückte religiöse Minderheit namens Bahai. Er wurde immer wieder verhaftet, meistens aber schnell wieder frei gelassen. Seine Kinder sind schon seit ihrer frühen Lebensjahre sehr bekannt. Bekannt, weil sie leiden mussten. Weil sie oft erleben mussten, dass ihr Vater von irgendwelchen fremden Männern abgeholt wurde und eine Weile nicht mehr bei ihnen sein konnte. Einmal machte sein Sohn deswegen acht mal sein Bett nass. Wenn irgendwelche Menschenrechtler seine Frau nachts besuchen - nachts damit die Kinder nicht alles mitbekommen - berichten sie, dass die Kinder schnell zum Wohnzimmer kommen, weil sie wissen, dass es um ihren Vater geht. "Wie kann ich den Kindern erzählen: 'Ihr müsst jetzt schlafen gehen, weil ihr nicht wissen dürft, wie es eurem Vater geht'" Sie kommen einfach ins Wohnzimmer und warten neugierig, wie es ihrem Helden geht. Manchmal fragen sie auch etwas.
Dieses Mal ist er länger fern von der Familie. Er wird laut seiner Frau heftig geschlagen und darf seit einigen Wochen seine Familie nicht sehen. Gerüchten zufolge will man von ihm eine Unterschrift. Zeidabadi muss unterschreiben, nie wieder über Politik zu schreiben.
In einem Artikel vor den Wahlen schrieb er: "Falls eure ausländischen Freunde fragen, wie die Wahlen im Iran ausgehen werden, sagt das Pessimistischste was ihr euch vorstellten könnt". Hat Zeidabadi als einziger sehen können was geschehen wird und wollte es nicht wahr haben?
Vor ein paar Wochen schrieb ich über Hajjarian, den Philosophen im Rollstuhl. Kurz danach wurde er befreit. Hoffentlich kann sich auch bald Zeidabadis Familie freuen.
Dust and Trash
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