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Mittwoch, 8. Dezember 2010

Links zum Studententag

Amir-Kabir-Universität, Teheran; 7. Dezember 2010

An mehreren Universitäten Irans versammelten sich heute iranische Studenten und protestierten gegen die aktuelle politische Lage. Homylafayette hat eine gute Videosammlung bereitgestellt. Deutschsprachige Berichte sind auf Julias Blog vorhanden. Zu ergänzen ist, dass in der Amir-Kabir-Universität etwa 20 Studenten verhaftet wurden. Sieben von ihnen wurden bis jetzt wieder freigelassen.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Studentenproteste beginnen ein Tag vor dem Studententag

Teheran Universität, 6 dezember 2010

Sicherheitskräfte waren vorbereitet. Seit Ende letzter Woche nahm ihrer Anzahl in der Nähe der Universitätetn zu. Ein paar Videos sind besipielsweise auf dem Blog Freedom of Expression vorhanden. Sie waren besorgt, dass die Proteste vorzeitig beginnen. Und so kam es auch.

Montag, 6. Dezember 2010

Die Universität lebt

Die Universität lebt. Ein Studentenmotto, das die Studeneten mit ihrem eigenen Blut auf die Straßen und Universitätsgelände Irans schrieben, nachdem sie von Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. Ein Satz, der die Sicherheitskräfte zum Zittern brachte. Ein Satz, der vor allem an Bassijis und die Regierung gerichtet ist und der sagen will: ihr habt uns geschlagen, verhaftet und gefoltert. Ihr habt uns aber noch nicht zum Schweigen gebracht, und ihr werdet uns nicht dazu kriegen. Ihr habt versucht die Universität zu töten, aber ihr seid daran gescheitert.

Dienstag, 2. November 2010

Studentenprotest gegen die Auflösung ihrer Universität (mit Video)

Studenten der Medizinischen Universität Irans protestierten heute, am 2. November, gegen die illegale Auflösung ihrer Universität. Die Auflösung ist illegal, weil nur der Oberste Rat der Kulturrevolution eine Universität auflösen kann. Dieser Rat ist aber über eine Auflösung nicht unterrichtet worden. Die Nachricht der Auflösung der Universität stand nur auf der Webseite des Gesundheitministeriums. Auch die zuständigen Abgeordneten des Parlaments wurden über die Auflösung nicht informiert.

Dienstag, 2. März 2010

Der Staat und die Wohnheime


Jeder Iraner weiß: nicht nur das jetzige Regime Irans schlägt seine Studenten nieder. Am 7. Dezember des Jahres 1953 töteten Regierungkräfte des Schahs drei Studenten. Seitdem ist dieser Tag der Studententag im iranischen Kalender. Damals protestierten die Studenten gegen den Staatsbesuch des amerikanischen Vize-Präsidenten Richard Nixon.

Vor zehn Jahren
Vor allem das Wohnheim der Teheran-Universität war oft Schauplatz der Studentenunterdrückung und Gewalt. Vor zehn Jahren wurde das Wohnheim nachts gestürmt, weil die Studenten sich wegen des Schließens einer Zeitung, die den damaligen Präsidenten Khatami unterstütze, versammelten. Die Hauptstadt war unruhig, die Zeitungen, die von den Unruhen berichteten, verkauften sich gut. Obwohl die Unruhen sehr klein waren, hoffte man auf eine Änderung. Den Studenten wurde von der Regierung viel versprochen, damit sie mit ihren Protesten aufhörten. So kam es zu Gerichtsverhandlungen. Am Ende der Gerichtsverhandlungen bekam nur der Anwalt der Studenten eine lange Haftstrafe. Von den Attackierenden bekam nur einer eine Haftstrafe: für das Klauen einer Rasiermaschine! Daraufhin verlangten die Studenten ein Treffen mit Präsident Khatami. Als er dies ablehnte, fing der Zweifel an den Reformisten an. Manche meinten, die Islamische Republik sei nicht reformfähig, die anderen meinten, Khatami sei ein Philosoph und kein Politiker.   

Vor acht Monaten
Nach den Präsidentschaftswahlen war das Wohnheim der Teheran-Universität wieder einmal Szene der Gewalt (siehe Artikel: Angriff auf Studenten). Iranische Studentenwebseiten wie Amir-Kabir berichteten von einem Angriff von Ansar-e-Hezbollah (siehe Kommentar von Publicola zum oben erwähnten Artikel), die später von der Polizei unterstützt wurde.

Warum hat das Regime solch eine Angst vor den Studenten der Wohnheime?
Die Unterdrückung der Studenten im Iran hat die Studenten noch nie zum Schweigen bringen können. Weder in der Schah-Zeit, noch vor zehn Jahren. Studenten wurden durch solche Aktionen lauter und radikaler. Unpolitische Studenten wurden politisch. 

Studenten im Iran, die in den Wohnheimen leben, sind normalerweise von ärmeren Familien, die sich keine Wohnungen und Häuser mit ihren Freunden leisten können. Mehrere Studenten teilen sich ein Zimmer; sie kennen also die Probleme des Landes gut. Außerdem sind solche Studenten besonders intelligent. Jeder Iraner weiß, wie schwierig es ist, an Universitäten Teherans teilnehmen zu dürfen. Es gibt einen Test, an dem zehntausende teilnehmen. Nur die besten Hundert haben eine Chance sich an Teherans Universitäten einzuschreiben, es sei denn, man ist Bassij-Mitglied. Die Studenten der Teheran-Universität kennen also nicht nur die Probleme, sie verstehen auch die Gründe der Probleme. Und Wohnheime sind eine guter Platz für Meinungsaustausch. Zudem sind iranische Studenten politisch gesehen sehr wichtig (siehe erster Paragraph vom Artikel "Zeidabadi und seine Familie").

Wiederholter Fehler: Snobs, die arm sind

Es heißt, die Sepah rechnete mit kleinen Protesten der Wähler nach der Wahlfälschung. Manche Aussagen der Sepah-Mitglieder bestätigen dies. Ihre Theorie war, Mousavi und Karroubis Wähler seien hauptsächlich Snobs. Schläge man sie einmal mit Schlagstöcken, würden sie zurück in ihre Häuser gehen. So eine Ansicht über die Studenten des Wohnheims zu haben zeigt, wie wenig die Sepah die Gesellschaft kennt.

Montag, 7. Dezember 2009

CNN-Meldung

Für diejenigen, die nicht auf Twitter schauen wollen, bette ich hier ein CNN-Video ein:



Samstag, 14. November 2009

Mousavi zu Besuch bei Karroubi


Am Freitag Nachmittag war Mousavi erneut bei Karroubi zu Besuch. Mousavi wollte mit Karroubi vor allem über das harte Vorgehen des Regimes, besonders gegenüber den Frauen am 4. November, dem Studententag, sprechen. Mousavi sagte: "Warum war die Teilnahme am 4. November so schlimm [für die Regierung]?"

Karroubi erzählte über seinen fünfzehnjährigen Kampf gegen die Schah-Regierung und verglich die Schah-Diktatur mit der heutigen: "Ich erinnere mich an die Schah-Zeit: wenn in einem Bus, in dem früher beide Geschlechter gemischt waren, eine Frau eintrat [heute müssen Männer nach vorne, Frauen nach hinten!], sind die Männer aufgestanden, damit die Frau sitzen kann. Heute in der islamischen Republik geht man mit Frauen so schlecht um, dass man sogar Nachrichten von Gewalt mit Schlagstöcken hört."

Mousavi, der am 4. November gehindert wurde sein Büro zu verlassen, sagte über die Aufforderungen der grünen Bewegung aus seiner Sicht: "Die Grüne Bewegung ist gegen das Niederschlagen und wird nicht gewalttätig. Alle wissen bereits, dass unsere Waffen unsere dem Frieden dienenden und vernünftigen Slogans sind. Auch wenn wir dadurch Schaden erleiden. [...] Wir wollen die Freiheit der politischen Gefangenen. Wir wollen eine Garantie für Freiheit der Presse und Freiheit der Meinung. Der Islam ist eine Religion der Vernunft. Nicht eine Religion, die Stifte bricht und Zeitungen schließt. Unser Volk hat die historische Erfahrung, Blumen in den Lauf von Waffen zu stecken. Obwohl sie heute angegriffen werden, wissen sie, dass die Macht der Vernunft und der Friedlichkeit alle anderen Waffen besiegen wird."

Dienstag, 10. November 2009

Schlagzeilen der Woche (#3)

1. Studententag, Demonstrationen und radikal gewordene Slogans

Die große Anzahl der auf Youtube eingestellten und an ausländische Nachrichtenagenturen gesendeten Videos von den Protesten überraschte die Welt. Vor allem gab es viele Videos aus Provinzen und aus Kleinstädten. Die Slogans wurden radikaler, eine Antwort auf das harte Vorgehen der Hardliner. Mehr Tabus wurden gebrochen, sodass der Revolutionsführer überall als Mörder beschimpft wurde, nicht nur von Studenten. Die Demostranten waren nicht zusammen, sondern in verschiedenen Ecken Teherans verteilt, so dass die Polizei es schwerer hatte, die Stadt in Ruhe zu bringen.

2. Sorge um Verhaftete

Auffällig war, dass die meisten Verhafteten Frauen waren. Heute, am Montag, wurden etwa vierzig Demonstranten frei gelassen.

3. Ausländische Journalisten wurden verhaftet,

darunter ein Däne und zwei Franzosen.

4. El-Beradei, Generaldirektor der IAEO:

"Irans Atomanlage in Qom ist nicht beängstigend."

 5. Ahmadinedjad droht dem Parlament, ein verabschiedetes Gesetz zurückzuziehen,

falls das Parlament ihm bei einem Zusatzgesetz nicht zustimmt!

BBC (Englisch) über die Demonstrationen





Donnerstag, 5. November 2009

Meine Videoauswahl der Proteste am Studententag (4.Nov.) (#4)

Dieses Video habe ich jetzt doch gefunden. Die Welt soll diese Videos sehen.



Fotos aus dem Iran (#2)


Mutiges Mädchen

Meine Videoauswahl der Proteste am Studententag (4.Nov.) (#3)

In diesem Teil beschränke ich mich auf Videos, die das brutale Vorgehen der Polizei und Co. zeigen.

Polizei schlägt junge Frau.


Auf diesem Video sieht man die Vorbereitung der Bassijis und der Polizei, die Leute niederzuschlagen.


Gerade merke ich, dass einige Videos nicht mehr auf Youtube zu finden sind. Ich hoffe es liegt nicht daran, dass diejenigen, die diese Videos gedreht haben erwischt wurden.



Meine Videoauswahl der Proteste am Studententag (4.Nov.) (#2)

"Bassij gib kein Mittagessen heute" und andere Slogans die nicht übersetzbar sind.


"Grüner schöner Iran, will keine Atombombe"


Mashhad, Nordosten Irans; Gesang politischer Lieder wie Schulfreund


Auf diesem Video nehmen die Leute ein Straßenposter mit dem Photo Chameneis herunter und jubeln danach.




Meine Videoauswahl der Proteste am Studententag (4.Nov.) (#1)

Tabriz Universität, Norwesten Irans;
"Tod der Diktatur" und "viva Mousavi" sind auf diesem Video zu hören.


Tehran; "Obama, mit und oder mit ihnen". Mein Kommentar zu diesem Slogan könnt ihr auch nachlesen.


Tehran; "Armer Diktator, das Spiel geht weiter", "Bassiji, bereite dich auf 7. Dezember vor"



Tehran; Gesang politischer Lieder


"Unabhängigkeit, Freiheit, iranische Republik"






Montag, 2. November 2009

Plakate für den 4. November

Einhundertfünfzig Plakate der grünen Bewegung für den Schülertag oder Studententag, zum Teil auch auf englisch, kann man auf Flickr sehen.

"Obama, mit uns oder mit ihnen": Slogan für den 4. November?


Die Karikatur oben ist eine Woche bevor Obama den Friedensnobelpreis bekam in der New York Times und vielen anderen Zeitungen und Blogs erschienen. Der Grund: Obama schaffte das Budget einer Institution für Menschenrechte im Iran ab.

Am 4. November ist es soweit. Millionen Menschen im Iran werden auf die Straßen gehen. Historisch gesehen ist dieser Tag ein peinlicher Tag für die iranische Geschichte. Damals stiegen die islamisch-radikalen Studenten hoch über die Mauern der amerikanischen Botschaft und besetzten sie. Sie nahmen die Botschafter als Geiseln. Zumindest die Hauptakteure bereuen heute ihre Tat und schämen sich dafür. Viele Menschen wollen an diesem Tag auf die Straße gehen um zu sagen, wir wollen Frieden mit der ganzen Welt.

Es wurden viele neue Slogans vorgeschlagen. Unter ihnen scheint der Slogan "Obama, mit uns oder mit ihnen" besonders beliebt zu sein. Was versuchen die Menschen damit auszudrücken?

Sie wollen sagen: Obama, vergessen Sie unsere Rechte nicht. Vergessen Sie uns nicht, wenn Sie mit Ahmadinedjad verhandeln wollen. Das Regime ist nicht legitim. Früher oder später werden wir regieren. Wir beobachten Sie ganz genau. Verkaufen Sie unsere Rechte nicht. Wir mögen Sie, Mr. Obama, bitte enttäuschen Sie uns nicht.

Samstag, 17. Oktober 2009

Schlagzeilen der Woche (#1)

1. Studentenversammlungen
 
Es gab diese Woche täglich Studentenversammlungen an den verschiedenen Universitäten Irans. Die dritte Versammlung an einer Privat-Universität, Universität Azad Teheran, sorgte am Meisten für Schlagzeilen, da es Auseinandersetzungen mit der Bassij gab. Laut der Webseite der Studenten der Amirkabir-Universität wurden zehn Studenten dabei verletzt. Zweitausend Studenten haben sich versammelt und forderten die Putschregierung zum Rücktritt auf. Auf den Videos sieht man auch, dass manche Studenten versuchten mit Bassijis zu diskutieren um sie auf ihre Seite zu bekommen oder sie mindestens zu überreden, die Studenten nicht zu schlagen.

2. Studententag und die nächste Großdemonstration in etwa drei Wochen

Seit etwa zwei Wochen organisiert die grüne Bewegung die nächste Großdemonstration mit vielen Plakaten. Kann man kein persisch, muss man nur links auf die arabischen Ziffern in Klammern klicken um weitere Plakate zu sehen. Eine weitere Sammlung von Postern findet man auf Mousavis offizieller Facebook-Seite. Sonst schreibt man auf Wände, oder Geldscheine.

Da dieser Tag oft auch als Schülertag bezeichnet wird, gibt es auch Poster mit Kindermotiven: Ein kleines Mädchen schreibt auf die Tafel: "Wir sehen uns am Schülertag". Oder in einem Heft in Kinderschrift ist zu lesen: "Ein Mann ist gekommen. Er hat eine Waffe in Hand. Wir haben keine Waffe. Wir sind grün."

Manche Poster sind richtungsgebend: "Tod für niemanden, Studententag, ein Tag für das Respektieren anderer Nationen". Dieser Tag war ebenfalls ein Tag, der von Hardlinern immer benutzt wurde um Tod den USA auszurufen. Studenten haben diesen Tag aber öfter genutzt, um gegen die Regierung und für die Freiheit zu protestieren.

Der Wächterratschef hat heute an seinen Freitagsgebetsprediger seine Angst vor diesem Tag öffentlich gemacht und sagte: "Sie Sache ist viel größer und wichtiger, als es aussieht."

3. Karroubi begrüßt einen Gerichtsprozess gegen sich

Als die Staatsanwaltschaft des Landes behauptete, es werde rechtzeitig Gerichtsprozesse gegen Mousavi und Karroubi geben, antwortete Karroubi, er begrüße diese. Es werde ihm dadurch ermöglicht, ungesagtes der letzten zehn Jahre zu erwähnen, und zwar in Details.

4. Ahmadinedjad traute sich nicht, an die Teheran-Universität zu gehen

Dafür schickte er aber einen Minister, der mit "Putsch-Regierung Rücktritt, Rücktritt" und "Wo sind deine 63%" begrüßt wurde.

5. Menschenrechte, Situation der Gefangenen und ihrer Familien, Todesstrafe

Berichte von Amnesty International, illegale Gefangenschaft von Politikern, Journalisten, Aktivisten, Studenten und Dozenten waren die weiteren Schlagzeilen der Zeitungen und Nachrichtenagenturen. Ich werde demnächst über zwei Fälle detailliert schreiben.


7. Ajatollahs attackieren Ahmadinedjads Regierung

Nicht nur der berühmte Ajatollah Montazeri und die modernen Ajatollahs wie Sanei attackieren die Regierung; auch die konservativeren machen mit. Die Gründe sind leider unterschiedlich. Nun, die Hauptkritik der zwei konservativen Ajatollahs, die auch als Verkäufer bekannt sind, ist, dass Ahmadinedjad Frauen als Minister eingestellt hat. Dafür ist die Kritik der restlichen zehn Ajatollahs der Umgang mit Menschen nach den Wahlen. Sie sagen, die Regierung sei islamisch illegal.

Fußnote:
"Schlagzeilen der Woche" erscheinen nur bei größerer Anzahl der für die grüne Bewegung wichtigen Ereignisse. Ich versuche damit, dass der Leser den Überblick über solche Ereignisse nicht verliert. Sie beinhalten natürlich nicht alle wichtigen Ereignisse.

Dust and Trash