Posts mit dem Label Folter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Folter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 21. November 2012
Warum Haben Sie Angst Vor Uns Bloggern?
Das war nicht das erste mal, dass ein politischer Gefangener in Irans Gefängnissen unter Folter ermordet wurde. Das war auch nicht das erste Mal, dass ein Blogger im Gefängnis ermordet wurde. Als 2009 Omid Reza Mir Safayi getötet wurde,waren die Reaktionen nicht so groß. Klar: die Medien im Ausland schlugen Alarm. Aber die iranische Medien im Iran trauten sich kein Wort zu schreiben, obwohl der Blogger gar nicht so unbekannt war.
Mittwoch, 7. November 2012
Sie töteten einen Blogger unter Folter
Folgende Meldung ist leider bestätigt worden. Sattars Familie gab bereits Interview zu Rooz Online und Saham News:
Julias Blog - Genau eine Woche nach seiner Verhaftung durch die iranische Cyber-Polizei ist der Arbeiteraktivist Sattar Beheshti an den Folgen der Folter im Gefängnis gestorben.
Beheshtis Schwester erklärte gegenüber Kalemeh, die Behörden hätten ihren Ehemann angerufen und ihn angewiesen, Beheshtis Mutter auf die Todesnachricht “vorzubereiten”.
“Sie sagten, er solle ein Grab kaufen und die Leiche morgen (am 7. November) abholen. Mehr nicht! Wir wissen nichts. Wir wissen nicht, warum sie ihn getötet haben oder was ihm genau zugestoßen ist. Wir wissen nicht, was passiert ist. Meinem Bruder ging es gut, als er das Haus verließ. Er ging auf seinen eigenen zwei Beinen. Jeder konnte sehen, dass er gesund war. Mein Bruder nahm nicht einmal Kopfschmerztabletten.”
“Sie haben uns gesagt, dass wir niemandem Interviews geben sollen”, ergänzte die Schwester. “Sie haben gesagt, dass er Herzprobleme hatte.”
--------
Sattar Beheshtis schrieb in seinem letzten Blog Artikel am 29. Oktober, dass er gedroht wurde: "Sag deiner Mutter, sie soll schwarz tragen, dein Maul ist zu groß, du redest zu viel. Ich sage, ich mache nichts, weshalb man meinen Mund zu machen müsste, Ich schreibe was ich höre und sehe, sie sagen wir machen das, worauf wir Bock haben. Ihr sollt still werden, sonst werdet ihr sterben ..."
Julias Blog - Genau eine Woche nach seiner Verhaftung durch die iranische Cyber-Polizei ist der Arbeiteraktivist Sattar Beheshti an den Folgen der Folter im Gefängnis gestorben.
Beheshtis Schwester erklärte gegenüber Kalemeh, die Behörden hätten ihren Ehemann angerufen und ihn angewiesen, Beheshtis Mutter auf die Todesnachricht “vorzubereiten”.
“Sie sagten, er solle ein Grab kaufen und die Leiche morgen (am 7. November) abholen. Mehr nicht! Wir wissen nichts. Wir wissen nicht, warum sie ihn getötet haben oder was ihm genau zugestoßen ist. Wir wissen nicht, was passiert ist. Meinem Bruder ging es gut, als er das Haus verließ. Er ging auf seinen eigenen zwei Beinen. Jeder konnte sehen, dass er gesund war. Mein Bruder nahm nicht einmal Kopfschmerztabletten.”
“Sie haben uns gesagt, dass wir niemandem Interviews geben sollen”, ergänzte die Schwester. “Sie haben gesagt, dass er Herzprobleme hatte.”
--------
Sattar Beheshtis schrieb in seinem letzten Blog Artikel am 29. Oktober, dass er gedroht wurde: "Sag deiner Mutter, sie soll schwarz tragen, dein Maul ist zu groß, du redest zu viel. Ich sage, ich mache nichts, weshalb man meinen Mund zu machen müsste, Ich schreibe was ich höre und sehe, sie sagen wir machen das, worauf wir Bock haben. Ihr sollt still werden, sonst werdet ihr sterben ..."
Montag, 2. Juli 2012
Blogger Hossein Ronaghi Maleki in Hafturlaub Entlassen
Endlich erreicht uns eine gute Nachricht: Hossein Ronaghi Maleki ist in Hafturlaub entlassen worden.
[Julias Blog] Nach 32 Monaten Haft ist der iranische Blogger und Menschenrechtsaktivist Hossein Ronaghi Maleki soeben gegen 500.000 Dollar Kaution in einen medizinisch begründeten Hafturlaub entlassen worden.
[Julias Blog] Nach 32 Monaten Haft ist der iranische Blogger und Menschenrechtsaktivist Hossein Ronaghi Maleki soeben gegen 500.000 Dollar Kaution in einen medizinisch begründeten Hafturlaub entlassen worden.
Maleki war während der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet worden. Er ist zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Der nierenkranke Aktivist im Hungerstreik
Hossein Ronaghi Maleki ist ein wahrer Held im Kampf gegen Zensur. Der Blogger und Tweeter mit dem Pseudonym Babak Khorramdin setzte sich mit Programmieren gegen Filtering ein und war Mitglied der Gruppe Iran Proxy.
Dem nierenkranken Aktivist wurde bisher kein medizinischer Hafturlaub gewehrt. 10 Monate lang verbrachte er in der Einzelhaft, Insgesamt 15 Jahre lang soll er für seinen Kampf gegen Zensur im Gefängnis bleiben. Auch seinen Bruder haben sie verhaftet und gefoltert, damit Hossein seine Freunde verrät. Vergebens ...
Die Geschichte von Hossein Ronaghi Maleki ist lang und schmerzhaft. Er ist zur Zeit im Hungerstreik.
Dem nierenkranken Aktivist wurde bisher kein medizinischer Hafturlaub gewehrt. 10 Monate lang verbrachte er in der Einzelhaft, Insgesamt 15 Jahre lang soll er für seinen Kampf gegen Zensur im Gefängnis bleiben. Auch seinen Bruder haben sie verhaftet und gefoltert, damit Hossein seine Freunde verrät. Vergebens ...
Die Geschichte von Hossein Ronaghi Maleki ist lang und schmerzhaft. Er ist zur Zeit im Hungerstreik.
Sonntag, 9. Oktober 2011
74 Peitschenhiebe wegen "Beleidigung Ahmadinedjads"
Der Student Peyman Aref (پیمان عارف) wurde für "Beleidigen des iranischen Präsidenten" [1] 74 mal ausgepeitscht. Iran ist nunmal die freieste Republik der Welt.
Sie sehen die Fotos nach dem Auspeitschen:
Dienstag, 20. September 2011
Wieder ein Iraner wegen politischer Aktivität ausgepeitscht
[Julais Blog] Anders als die Auspeitschung, die vergangene Woche unter hohem
Medieninteresse und heftiger Kritik an einer Doktorandin der Soziologie
vollstreckt worden war, ist die Auspeitschung Farajis weitgehend
unbeachtet geblieben.
Zum Artikel
Zum Artikel
Donnerstag, 15. September 2011
Wir, erniedrigte Blogger
Somayeh Tohidlou, eine Bloggerin, wurde am Mittwoch 50 mal ausgepeitscht. Auf ihrem Blog schrieb sie, dass sie sich erniedrigt fühle. In Google Reader schreibt sie, dass sie nicht hart ausgepeitscht wurde, sondern nur symbolisch. Physisch spüre sie keine Schmerzen, es gebe keinen Grund, sich um sie Sorgen zu machen. Sie will, dass man weniger über sie schreibt, weil viele andere Iraner viel mehr gelitten haben. Sie ist bescheiden, aber sie sagt gleichzeitig die Wahrheit.
Dienstag, 14. Juni 2011
Zellengenossen des verstorbenen Hoda Saber berichten von Schlägen und Misshandlungen vor dessen Tod
Julias Blog - 64 politische Gefangene in Abteilung 350 des Evin-Gefängnisses haben in einer Erklärung bestätigt, dass Reza Hoda Saber, der am Samstag nach einem fast 10tägigen Hungerstreik verstorbene inhaftierte Journalist, am 8. Tag seines Hungerstreiks von Gefängnisbeamten brutal geschlagen worden sei. Saber sei in der Krankenstation des Gefängnisses von Beamten verprügelt worden, die vermutlich den Sicherheitskräften oder dem Geheimdienst angehörten, heißt es in der Erklärung Zum Artikel
Freitag, 6. August 2010
Montag, 21. Juni 2010
Tajzadeh: "Reformisten müssen gestehen"
Mousavi, Tajzadeh
Tajzadeh schrieb vor kurzem eine wichtige Analyse über die aktuellen Probleme des Landes. Der Titel seiner Analyse ist "Vater, Mutter, wir sind wieder Angeklagte". Diese Analyse ist an sich interessant und beinhaltet gleichzeitig viele wichtige Fakten. Ein Teil dieser Analyse (der dritte Teil), der die Vergangenheit vieler Reformisten kritisiert, habe ich mir zur Übersetzung vorgenommen und ist im Folgenden zu lesen.
Freitag, 16. April 2010
Dr. Maleki spricht über die vergessenen Kinder der Grünen Bewegung; Julias Blog
[...]
mehr
Radio Zamaaneh: Können Sie uns sagen, warum Sie sich emotional jetzt schlechter fühlen als im Gefängnis?
Maleki: Ich mache mir Sorgen um diese Kinder. Es gibt so viele unbekannte und anonyme Studenten im Gefängnis, und niemand denkt an sie. Niemand macht sich klar, dass sie die Kinder dieses Landes sind. Welches Verbrechen haben sie begangen? Irgendwann muss das angesprochen werden.
[...]
Radio Zamaaneh: Sie scheinen enttäuscht zu sein von den Führern der Grünen Bewegung.
Maleki: Ich bin extrem enttäuscht. Diese eingesperrten Kinder bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, vor allem die unbekannten Studenten. Ich kenne viele von ihnen und habe sie im Gefängnis gesehen, aber auf den Webseiten werden sie nicht erwähnt. Sie sind seit Monaten im Gefängnis, manche von ihnen sind zu vier- bis fünfjährigen Haftstrafen verurteilt worden – ohne Grund.
mehr
Dienstag, 2. März 2010
Der Staat und die Wohnheime
Jeder Iraner weiß: nicht nur das jetzige Regime Irans schlägt seine Studenten nieder. Am 7. Dezember des Jahres 1953 töteten Regierungkräfte des Schahs drei Studenten. Seitdem ist dieser Tag der Studententag im iranischen Kalender. Damals protestierten die Studenten gegen den Staatsbesuch des amerikanischen Vize-Präsidenten Richard Nixon.
Vor zehn Jahren
Vor allem das Wohnheim der Teheran-Universität war oft Schauplatz der Studentenunterdrückung und Gewalt. Vor zehn Jahren wurde das Wohnheim nachts gestürmt, weil die Studenten sich wegen des Schließens einer Zeitung, die den damaligen Präsidenten Khatami unterstütze, versammelten. Die Hauptstadt war unruhig, die Zeitungen, die von den Unruhen berichteten, verkauften sich gut. Obwohl die Unruhen sehr klein waren, hoffte man auf eine Änderung. Den Studenten wurde von der Regierung viel versprochen, damit sie mit ihren Protesten aufhörten. So kam es zu Gerichtsverhandlungen. Am Ende der Gerichtsverhandlungen bekam nur der Anwalt der Studenten eine lange Haftstrafe. Von den Attackierenden bekam nur einer eine Haftstrafe: für das Klauen einer Rasiermaschine! Daraufhin verlangten die Studenten ein Treffen mit Präsident Khatami. Als er dies ablehnte, fing der Zweifel an den Reformisten an. Manche meinten, die Islamische Republik sei nicht reformfähig, die anderen meinten, Khatami sei ein Philosoph und kein Politiker.
Vor acht Monaten
Nach den Präsidentschaftswahlen war das Wohnheim der Teheran-Universität wieder einmal Szene der Gewalt (siehe Artikel: Angriff auf Studenten). Iranische Studentenwebseiten wie Amir-Kabir berichteten von einem Angriff von Ansar-e-Hezbollah (siehe Kommentar von Publicola zum oben erwähnten Artikel), die später von der Polizei unterstützt wurde.
Warum hat das Regime solch eine Angst vor den Studenten der Wohnheime?
Die Unterdrückung der Studenten im Iran hat die Studenten noch nie zum Schweigen bringen können. Weder in der Schah-Zeit, noch vor zehn Jahren. Studenten wurden durch solche Aktionen lauter und radikaler. Unpolitische Studenten wurden politisch.
Studenten im Iran, die in den Wohnheimen leben, sind normalerweise von ärmeren Familien, die sich keine Wohnungen und Häuser mit ihren Freunden leisten können. Mehrere Studenten teilen sich ein Zimmer; sie kennen also die Probleme des Landes gut. Außerdem sind solche Studenten besonders intelligent. Jeder Iraner weiß, wie schwierig es ist, an Universitäten Teherans teilnehmen zu dürfen. Es gibt einen Test, an dem zehntausende teilnehmen. Nur die besten Hundert haben eine Chance sich an Teherans Universitäten einzuschreiben, es sei denn, man ist Bassij-Mitglied. Die Studenten der Teheran-Universität kennen also nicht nur die Probleme, sie verstehen auch die Gründe der Probleme. Und Wohnheime sind eine guter Platz für Meinungsaustausch. Zudem sind iranische Studenten politisch gesehen sehr wichtig (siehe erster Paragraph vom Artikel "Zeidabadi und seine Familie").
Wiederholter Fehler: Snobs, die arm sind
Es heißt, die Sepah rechnete mit kleinen Protesten der Wähler nach der Wahlfälschung. Manche Aussagen der Sepah-Mitglieder bestätigen dies. Ihre Theorie war, Mousavi und Karroubis Wähler seien hauptsächlich Snobs. Schläge man sie einmal mit Schlagstöcken, würden sie zurück in ihre Häuser gehen. So eine Ansicht über die Studenten des Wohnheims zu haben zeigt, wie wenig die Sepah die Gesellschaft kennt.
Dienstag, 23. Februar 2010
Breaking Video: Angriff auf Studenten in Teheran (BBC)
Datum des Geschehens: drei Tage nach den Wahlen im Iran
Ort: Wohnheim der Teheran-Universität
Bemerkung: Das Video wurde erst heute (am Montag, den 22.02.2010) veröffentlicht. Es wurde von Bassij-Mitgliedern gedreht, und nicht wie üblich mit Handys von Demonstranten. Heute wurde das Video an BBC gesendet.
Vorsicht: Das Video beinhaltet brutale Szenen.
Kommentar zum Video:
Minuten 00:40-3:00: Die Bassij will ins Wohnheim einbrechen. Es gelingt ihnen nicht, weil Studenten steinewerfend Widerstand leisten. Spezialeinheiten der Polizeikräfte kommen nach um die Bassij zu unterstützen. Die Bassij und die Polizei dürfen laut Gesetz nur mit der persönlichen Erlaubnis des Universitätsrektors ins Wohnheim eintreten. Das Rektorat bestreitet, eine Erlaubnis gegeben zu haben.
Minuten 3:00-4:40: Erste verhaftete Studenten werden geschlagen. Man hört sehr oft Bassij-Mitglieder zu den Polizeikräften sagen: "Schlag nicht, Herr, schlag nicht". Die BBC-Moderatorin sagt: "Die BBC zensierte manche an Studenten gerichtete Schimpfwörter, da sie zu vulgär waren." Die Bibliothek des Wohnheims wird in 4:08 Minute gezeigt.
Ab Minute 4:40: BBC-Moderatorin: "Augenzeugen berichteten von einem Schreckenstunnel. Studenten mussten mehrfach durch diesen von der Polizei gebauten Tunnel laufen. Währenddessen wurden sie mit Schlagstöcken geschlagen". Die Anzahl der Bassijis, die "schlag nicht" rufen, steigt.
Bemerkung: Die Studentenorganisation Tahkim-e-Vahdat berichtete von fünf Todesopfern in dieser Nacht. Die iranische Regierung bestritt dies und behauptete, es gäbe nur zwischen hundert und hundertzwanzig Verletzte.
Madyar, ein iranischer Blogger, vergleicht den Fall mit dem Fall im Abu-Ghureib-Gefängnis, und fragt den Leser was schlimmer sei: "In einem Bild sind die Menschen nackt, im anderen haben sie Klamotten an. In einem sind sie aber im Gefängnis, im anderen sind sie an einer Universität".
Fußnote:
1. Später werde ich mehr über diesen Tag schreiben. Bisher schrieb ich nichts darüber, weil dieses Blog erst später entstanden ist, als diese Ereignisse von der Öffentlichkeit fast vergessen waren. Heute machen sie wieder Schlagzeilen.
2. Vor zehn Jahren wurden Studenten im gleichen Wohnheim auf ähnliche Weise niedergeschlagen.
3. Von diesem Tag hatte man viel gehört. Nicht nur die Opposition, sondern auch die Regierung, darunter auch Ajatollah Chamenei, sprachen von schrecklichen Ereignissen. Er sagte aber, die gewalttätigen Kräfte wären "Feinde" der Regierung. Auf dem Video sieht man aber Uniformierte. Sogar Bassijis hatten an diesem Tag Mitleid mit den Studenten.
3. Von diesem Tag hatte man viel gehört. Nicht nur die Opposition, sondern auch die Regierung, darunter auch Ajatollah Chamenei, sprachen von schrecklichen Ereignissen. Er sagte aber, die gewalttätigen Kräfte wären "Feinde" der Regierung. Auf dem Video sieht man aber Uniformierte. Sogar Bassijis hatten an diesem Tag Mitleid mit den Studenten.
Samstag, 13. Februar 2010
Fotos aus dem Iran (#8)
Karroubis Sohn (Ali Karroubi) wurde während 22 Bahman Demonstrationen verhaftet und gefoltert. Er wurde nach etwa einem Tag wieder befreit. Fatemeh Karroubi, Alis Mutter, schrieb einen Brief an Revolutionsführer Chamenei, dass ihrem Sohn in einem Moschee (wörtlich: Hause Gottes) auch mit Vergewaltigung gedroht worden sei. Mehr dazu können Sie auf Julia's Blog lesen.
Samstag, 12. September 2009
Alarm! Wird Karroubi verhaftet?
Am Mittwoch berichtete ich über das verbreitete Gerücht, das Regime wolle Mousavi und Karroubi verhaften. Laut vielen iranischen Quellen gab Revolutionsführer Chamenei den Befehl, ihn zu verhaften. Die Nachricht lautet, Rafsanjani habe seinen Freunden von seinem Treffen mit dem Revolutionsführer berichtet. Rafsanjani habe ihm anscheinend gesagt, er werde von allen seinen Ämtern zurücktreten, er dürfe nicht mal die Freitagsgebete predigen. Danach sagte er zum Revolutionsführer: "Sie sollten keinen Haftbefehl für Karroubi erlassen." Am Ende sagte Rafsanjani, wenn es so weiter ginge, würde alles noch komplizierter werden. Der Revolutionsführer antwortete ihm mit Schweigen.
Auf einer Ahmadinedjad-nahen Webseite steht heute: "Rafsanjani wird nicht das Freitagsgebet vom Qods-Tag [Green Qods Day, ich werde noch darüber berichten] predigen". (Damit wäre die Nachricht von oben zur Hälfte bestätigt. Während ich diesen Satz schrieb, kam eine neue Nachricht auf BBC: "Laut einer Gruppe der Judikative sind Karroubis Dokumente bezüglich der Vergewaltigungen gefälscht". Gestern hatte ich meine Vermutung auf Twitter veröffentlicht. Karroubis Verhaftung wäre eine Machtprobe. Damit kann das Regime besser spekulieren, wie die Reaktionen ausfallen würden, falls sie verhaften. Wird die Bewegung friedlich bleiben? Fragen über Fragen.
Warum Gerüchte gefährlich sind
Ich werde jedenfalls die Nachricht einer Verhaftung nur kommentieren, wenn die Quellen zuverlässig sind. Solche Gerüchte muss man mit Vorsicht genießen, noch dazu, dass sie gerne von Regierungen wie der heiligen islamischen Republik produziert werden. Die gewünschte Auswirkung ist natürlich leicht zu durchschauen: Man verbreitet ein Gerücht so oft, bis die Leute eine Nachricht nicht mehr glauben, weil sie das Vertrauen (zueinander) verlieren. Zueinander, weil sie diese Nachrichten von Freunden gehört haben, die eventuell als Lügner gelten können. Außerdem dienen solche Gerüchte dazu, die kleinen Reaktionen anzuschauen und zu bewerten. Zum Glück informieren sich die Menschen über solche Auswirkungen.
Wir bleiben informiert.
Euer
Dust and Trash
Auf einer Ahmadinedjad-nahen Webseite steht heute: "Rafsanjani wird nicht das Freitagsgebet vom Qods-Tag [Green Qods Day, ich werde noch darüber berichten] predigen". (Damit wäre die Nachricht von oben zur Hälfte bestätigt. Während ich diesen Satz schrieb, kam eine neue Nachricht auf BBC: "Laut einer Gruppe der Judikative sind Karroubis Dokumente bezüglich der Vergewaltigungen gefälscht". Gestern hatte ich meine Vermutung auf Twitter veröffentlicht. Karroubis Verhaftung wäre eine Machtprobe. Damit kann das Regime besser spekulieren, wie die Reaktionen ausfallen würden, falls sie verhaften. Wird die Bewegung friedlich bleiben? Fragen über Fragen.
Warum Gerüchte gefährlich sind
Ich werde jedenfalls die Nachricht einer Verhaftung nur kommentieren, wenn die Quellen zuverlässig sind. Solche Gerüchte muss man mit Vorsicht genießen, noch dazu, dass sie gerne von Regierungen wie der heiligen islamischen Republik produziert werden. Die gewünschte Auswirkung ist natürlich leicht zu durchschauen: Man verbreitet ein Gerücht so oft, bis die Leute eine Nachricht nicht mehr glauben, weil sie das Vertrauen (zueinander) verlieren. Zueinander, weil sie diese Nachrichten von Freunden gehört haben, die eventuell als Lügner gelten können. Außerdem dienen solche Gerüchte dazu, die kleinen Reaktionen anzuschauen und zu bewerten. Zum Glück informieren sich die Menschen über solche Auswirkungen.
Wir bleiben informiert.
Euer
Dust and Trash
Dienstag, 25. August 2009
Was ist in den letzten Tagen passiert?
1. Neues Rätseln um Rafsanjanis Rolle
Soll man enttäuscht sein, wenn Rafsanjani auf einmal die Seite wechselt und sagt, man solle dem Revolutionsführer blind vertrauen? Oder soll man denken, er spielt nur mit seinen Gegnern? Klar ist nur, dass Rafsanjanis Beziehung zum Revolutionsführer nie wieder die Alte sein wird. Dafür haben sie sich die letzten Monate zu sehr voneinander distanziert.
2. Widerstand
Widerstand gibt es immer noch. Er ist zwar nicht so deutlich, aber bei jeder Gelegenheit kommt man auf die Straße, geht auf den Basar oder auf die Dächer und schreit seine Lieblings-Slogans. Man geht zu den Familien der "Märtyrer" und tröstet sie.
Die Parteien, Journalisten, Ärzte und so weiter schreiben täglich deren Ankündigungen an die Bevölkerung. Sie werden jeden Tag klarer und mutiger. Manchmal sind die Briefe auch an die Groß-Ajatollahs adressiert, manchmal an gemäßigte Machthaber.
3. Vergewaltigungsaffäre, Karroubi kämpft weiter um die Rechte der Opfer
Karroubi erzwang das Parlament um ein Treffen. Er veröffentlichte die Drohungen, bis das Parlament sich bereit erklären musste, ihn zu sehen. Bei dem Treffen hat er den Namen eines der Opfer, das mit ihm Kontakt hatte, dem Parlament verraten; natürlich mit der Erlaubnis des Opfers. Gleichzeitig wurde dieses Treffen auf seiner Homepage veröffentlicht, damit die Bevölkerung weiter Druck macht, bis man Taten sieht. Jetzt hat das Parlament keine Ausrede mehr. Unklar bleibt die Reaktion der drei Abgeordneten, die an dem Treffen teilnahmen.
Zum neuen Schauprozess schreibe ich erst später.
Grüße,
Euer Dust and Trash
Soll man enttäuscht sein, wenn Rafsanjani auf einmal die Seite wechselt und sagt, man solle dem Revolutionsführer blind vertrauen? Oder soll man denken, er spielt nur mit seinen Gegnern? Klar ist nur, dass Rafsanjanis Beziehung zum Revolutionsführer nie wieder die Alte sein wird. Dafür haben sie sich die letzten Monate zu sehr voneinander distanziert.
2. Widerstand
Widerstand gibt es immer noch. Er ist zwar nicht so deutlich, aber bei jeder Gelegenheit kommt man auf die Straße, geht auf den Basar oder auf die Dächer und schreit seine Lieblings-Slogans. Man geht zu den Familien der "Märtyrer" und tröstet sie.
Die Parteien, Journalisten, Ärzte und so weiter schreiben täglich deren Ankündigungen an die Bevölkerung. Sie werden jeden Tag klarer und mutiger. Manchmal sind die Briefe auch an die Groß-Ajatollahs adressiert, manchmal an gemäßigte Machthaber.
3. Vergewaltigungsaffäre, Karroubi kämpft weiter um die Rechte der Opfer
Karroubi erzwang das Parlament um ein Treffen. Er veröffentlichte die Drohungen, bis das Parlament sich bereit erklären musste, ihn zu sehen. Bei dem Treffen hat er den Namen eines der Opfer, das mit ihm Kontakt hatte, dem Parlament verraten; natürlich mit der Erlaubnis des Opfers. Gleichzeitig wurde dieses Treffen auf seiner Homepage veröffentlicht, damit die Bevölkerung weiter Druck macht, bis man Taten sieht. Jetzt hat das Parlament keine Ausrede mehr. Unklar bleibt die Reaktion der drei Abgeordneten, die an dem Treffen teilnahmen.
Zum neuen Schauprozess schreibe ich erst später.
Grüße,
Euer Dust and Trash
Mittwoch, 19. August 2009
"Ich gestehe"
Ein Video vom Sohn eines politischen Gefangenen mit deutschen Untertiteln!
Er ist der Sohn eines sehr prominenten Journalisten, von dem es keine Nachrichten gibt.
Er ist der Sohn eines sehr prominenten Journalisten, von dem es keine Nachrichten gibt.
Mittwoch, 12. August 2009
Vergewaltigungen in den Gefängnissen
Dieses Mal fange ich direkt mit zwei Links an:
1. Actrocious Rape of Men and Women in Prison
2. Hardliners Enraged by Revelation of Rape
1. Actrocious Rape of Men and Women in Prison
2. Hardliners Enraged by Revelation of Rape
Es geht um einen Brief von Karroubi (Ex-Parlament-Sprecher Irans) an Rafsanjani (unter anderem Chef des Expertenrats und viele andere wichtige Positionen). Er berichtet in dem Brief von den Gerüchten über Vergewaltigungen in den Gefängnissen der islamischen Republik. Er schreibt, er habe Briefe von einigen Opfern erhalten. Er sei bereit darüber zu forschen und fürchte die Konsequenzen nicht. Die Hardliner haben ihm sofort gedroht. Man solle keine Gerüchte verteilen, dies sei illegal und solle bestraft werden, oder Karroubi zeige seine handfeste Beweise.
Danach lese ich von anderen zuverlässigen Quellen (Bsp. nur persisch) über frühere Fälle. Einige waren mir bekannt, aber das Bespiel oben geht um die letzten dreißig Jahre, dass heißt seit der islamischen Revolution.
Es geht um eine Theokratie, die jegliche Art von unehelicher Sexualität verbietet, aber seine eigenen Gefangenen sexuell missbraucht. Auf dieser Seite (englisch) wird ein bekannter Fall von Amnesty International (Part: sexual abuse) erwähnt. Weitere Fälle handelten von sexueller Belästigung mit Getränkeflaschen. Frau Kaar, frühere Parlamentsabgeordnete und Frauenrechtlerin, erinnert die Leute an die Gerüchte der frühen Jahre der islamischen Revolution. Sie sagt, Karroubi müsse diese Fälle veröffentlichen, damit man diese Schande und Taten bald wieder abschaffen könne. "Er fürchte um das System, dass er selber mitentwickelt hat". Heute kann der Richter Mortazavi (er hat z.B. den Befehl gegeben, 18 Zeitungen an einem Tag zu schließen, man vermutet er hat auch an den Folterungen und vielen Todesfällen Schuld) die Taten seiner Verhörer und seine Befehle nicht mehr bestreiten, da die Opfer heute existieren, nicht wie in den ersten Jahren nach der Revolution. Menschen werden diese Taten nicht vergessen.
Irgendwie kann man nicht sagen, es ist nie zu spät. Doch muss man schnell etwas tun, um weitere Fälle zu verhindern und ... . Es müssen so viele Sachen getan werden. Und Iran ist nur ein kleiner Teil der Welt.
Euer
Dust and Trash
Danach lese ich von anderen zuverlässigen Quellen (Bsp. nur persisch) über frühere Fälle. Einige waren mir bekannt, aber das Bespiel oben geht um die letzten dreißig Jahre, dass heißt seit der islamischen Revolution.
Es geht um eine Theokratie, die jegliche Art von unehelicher Sexualität verbietet, aber seine eigenen Gefangenen sexuell missbraucht. Auf dieser Seite (englisch) wird ein bekannter Fall von Amnesty International (Part: sexual abuse) erwähnt. Weitere Fälle handelten von sexueller Belästigung mit Getränkeflaschen. Frau Kaar, frühere Parlamentsabgeordnete und Frauenrechtlerin, erinnert die Leute an die Gerüchte der frühen Jahre der islamischen Revolution. Sie sagt, Karroubi müsse diese Fälle veröffentlichen, damit man diese Schande und Taten bald wieder abschaffen könne. "Er fürchte um das System, dass er selber mitentwickelt hat". Heute kann der Richter Mortazavi (er hat z.B. den Befehl gegeben, 18 Zeitungen an einem Tag zu schließen, man vermutet er hat auch an den Folterungen und vielen Todesfällen Schuld) die Taten seiner Verhörer und seine Befehle nicht mehr bestreiten, da die Opfer heute existieren, nicht wie in den ersten Jahren nach der Revolution. Menschen werden diese Taten nicht vergessen.
Irgendwie kann man nicht sagen, es ist nie zu spät. Doch muss man schnell etwas tun, um weitere Fälle zu verhindern und ... . Es müssen so viele Sachen getan werden. Und Iran ist nur ein kleiner Teil der Welt.
Euer
Dust and Trash
Abonnieren
Posts (Atom)







