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Samstag, 8. September 2012

Der zu Tode Verurteilte Pfarrer Nadarkhani ist Freigesprochen Worden



Nadarkhani, der vom Islam konvertierter Pfarrer, ist heute von Apostasie freigesprochen worden und hat heute das Gefängnis nach 3 Jahren Haft verlassen. Laut seinem Anwalt Dr. Dadkhah ist Nadarkhani wegen "Propaganda gegen des Systems" zu 3 Jahren Haft verurteilt worden.
(mehr Fotos)

Mittwoch, 15. Februar 2012

Sean Stone, Nadarkhani und Religionsfreiheit


Sean Stone, Oliver Stones Sohn (Foto links), ist zum Islam konvertiert. Er ist der neue Superstar von Fars News: Sean Stone ist ein blonder prominenter Muslim, der den Islam freiwillig als seine neue Religion gewählt hat. Das ist sein gutes Recht. 

Youcef Nadarkhani ist vom Islam zum Christentum konvertiert. Die Religionsfreiheit ist für ihn aber ungültig: er kann immer noch gehängt werden!

Freitag, 4. Februar 2011

(Drohende) Hinrichtungen von politischen Gefangenen

"Hilfe für einen Blinden" von Mana Neyestanai

Blind ist in Mana Neyestanis Meisterwerk die iranische Justitz, symbolisiert durch die Waage der Gerechtigkeit. Ihre Augen sind verbunden. Sie wird von einem Mann in Uniform geführt (Sepah), so dass sie viele Blumen zertrampelt. Mana Neyestani will darauf hindeuten, dass manche Richter nach Erlassungen der langen Haftstrafen den politischen Gefangenen gesagt hatten, die Urteile wurden nicht von den Richtern selbst gefällt. Sepah-Offiziere haben die Urteile schon vor den Gerichtsverhandlungen den Richtern vorgeschrieben. 

Sonntag, 26. Dezember 2010

Habibollah Latifi nicht hingerichtet

Nach einer Demonstration vor dem Gefängnis in der Stadt Sanandaj ist der Todesurteil vorerst gestopp worden. Ein Anwalt von Habib Latifi bestätigte diese Meldung.

Vergleichbare Artikel:
Julias Blog: Habibollah Latifi nicht hingerichtet
Julias Blog: Die Demonstration der Familie Latifi und ein verdächtiger Anruf
AFP: Iran halts execution of Kurdish student: lawyer

Samstag, 25. Dezember 2010

Eilaktion; Hinrichtung von Habib Latifi am 26. Dezember


Eilaktion von Amnesty International

GoPetition: We want freedom for habib latifi

Sign the Urgent Action

Weitere Adressen und Musterbriefe (Englisch)

Die Zeit ist knapp. Vielleicht haben wir noch 12 Stunden Zeit, vielleicht ein bisschen mehr. Wie müssen uns beeilen. Es geht um das Leben eines unschuldigen Menschen.

Habibollah Latifi ist Student an der Universität Eylam und kurdischer Aktivist. Er wurde im Oktober 2007 verhaftet und sitzt im Gefängnis von Sanandaj. Er beteiligte sich an einem Hungerstreik in Protest gegen die Hinrichtung von Ehsan Fatahian am 11. November 2009. (Quelle: United 4 Iran)

Vergleichbare Artikel:
Julias Blog: Revolutionsgericht setzt 26. Dezember für die Hinrichtung von Habibollah Latifi fest
RAHANA: We only have one day to save my brother’s life

Montag, 11. Oktober 2010

Bloggen gegen die Todesstrafe; Julias Blog

Iranische Blogger protestieren anlässlich des achten Welttages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober mit einem „Blogger-Spiel“ gegen Todesstrafe und Hinrichtungen in der Islamischen Republik Iran. Zum Artikel

Freitag, 13. August 2010

Protestaktion: Stimmen für Sakineh Aschtiani; Frankfurter Rundschau

"Der große Fernseh-Kollege Hanns-Joachim Friedrichs hat gesagt: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“ Haben wir diesen Satz vergessen? Nein, [...] Hier geht es nicht um diese oder jene politische Einstellung, hier geht es um die Grundlagen der Humanität"


Zum Artikel
Online Unterzeichnen

Montag, 9. August 2010

Familie Mostafaeis frei

Die Familie des Anwalts Mostafaei ist freigelassen worden. Mostafaei hatte zuvor die Verteidigung der zur Steinigung verurteilten Iranerin Ashtiani übernommen. Seine Frau, der Bruder seiner Frau und sein Schwiegervater wurden verhaftet, besser gesagt als Geiseln festgenommen. Daraufhin ist er in die Türkei geflüchtet.

Vergleichbare Artikel
Julias Blog: Interview mit Mohammad Mostafaei: „Ich hatte das Recht, Sakineh Mohammadi zu verteidigen“ Sehr empfehlenswert
Guardian: Iranian facing stoning speaks: 'It's because I'm a woman'
Guradian (by Shirin Ebadai): When adultery means death

Freitag, 6. August 2010

Mousavi zu den Hinrichtungen von 1988

Mousavi traf sich am Dienstag mit einigen Journalisten. Es wurde abgemacht, dass nur Kaleme, eine Mousavi-nahe Webseite, über das Treffen berichtet. Die Onlinezeitung Rooz gab aber bereits am Mittwoch bekannt: Mousavi wurde zu den Hinrichtungen von 1988 befragt. Es hänge von Kaleme ab, ob Mousavis Antworten der Öffentlichkeit mitgeteilt werden oder nicht. Laut Kaleme sagte Mousavi über die Hinrichtungen von 1988:

Montag, 12. Juli 2010

Rahnavard zur Kritik an der grünen Bewegung und Steinigung

Fershte Ghazi, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin interviewte heute Zahra Rahnavard, Mousavis Frau. Die Einleitung von Rooz [1] zum Interview ist eine gute Zusammenfassung des Interviews und erklärt gleichzeitig dessen Hintergründe. Dazu übersetzte ich die letzte Frage des Interviews, in der Rahnavard ihre Meinung zum barbarischen Gesetz der Steinigung äußerte.

Montag, 21. Juni 2010

Tajzadeh: "Reformisten müssen gestehen"

Mousavi, Tajzadeh

Tajzadeh schrieb vor kurzem eine wichtige Analyse über die aktuellen Probleme des Landes. Der Titel seiner Analyse ist "Vater, Mutter, wir sind wieder Angeklagte". Diese Analyse ist an sich interessant und beinhaltet gleichzeitig viele wichtige Fakten. Ein Teil dieser Analyse (der dritte Teil), der die Vergangenheit vieler Reformisten kritisiert, habe ich mir zur Übersetzung vorgenommen und ist im Folgenden zu lesen.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Kurdistan im Generalstreik

 Ein Basar ist geschlossen (Quelle: rhairan)

Am Sonntag wurden fünf Menschen im Iran hingerichtet, vier von ihnen waren Kurden. Einige kurdische Organisationen haben die Menschen in den Kurdengebieten Irans dazu aufgerufen heute, am Donnerstag, zu streiken.

Videos und Fotos werden momentan aus Kurdistan ins Netz gestellt; sie zeigen, dass die Streiks sehr erfolgreich gelaufen sind: alles ist geschlossen.












Mehr Fotos: 
http://www.rhairan.biz/archives/12269
http://www.rhairan.biz/archives/12288

Vergleichbare Artikel:
Dieses Blog: Hinrichtungen am Muttertag
Julias Blog: Moussavi und Rahnavard verurteilen Hinrichtungen; Behörden verweigern Herausgabe der Leichname
Julias Blog: Karroubi bedauert die unberechtigten Hinrichtungen

Montag, 10. Mai 2010

Hinrichtungen am Muttertag


Gestern hat die Regierung im Iran fünf Menschen getötet. Mindestens vier von ihnen waren Kurden.

Laut staatlicher Nachrichtenagenturen wie Fars-News oder Irna waren sie Bombenläger, Terroristen. Laut anderen iranischen Blogs und auch Webseiten von Menschenrechtsaktivisten sind die Verfahren unfair abgelaufen. Drei von ihnen durften sich laut der Webseite hra-iran (Human Rights Activists) nur sechs Minuten lang verteidigen! 

Farzad Kamangar (Foto: mittig) wurde laut seines Anwalts ohne Beweismaterial zum Tode verurteilt.

Farzad Kamangar war Lehrer. Sein Bruder, Mehrdad, erklärte gestern, dass weder seine Familie noch sein Anwalt über die Hinrichtungun benachrichtigt wurden. Mehrdad sagte der Webseite Jaras darüber: "Seit einer Stunde benachrichtigen uns alle aus Teheran und wir wissen nicht wo unser Farzad ist. Er lebt oder er ist hingerichtet, oder ich weiß nicht was in diesem Land los ist, wo das Gesetz ist."

Gestern war Muttertag. 

Mehrdad erklärte Jaras, dass er nicht den Mut habe, seine Mutter über die Hinrichtung zu benachrichtigen. Er erklärte außerdem Radio Farda, dass der Revolutionsführer Chamenei für den Tod seines Bruders verantwortlich sei.  

Ali Heidarian (Foto: oben links), Farhad Vakili  (Foto: unten rechts) und Shirin Alam-Holi (Foto: oben rechts) waren anscheinend kurdische Aktivisten. Über Mehdi Eslamians (Foto: unten links) Aktivitäten konnte ich nichts finden. Ich weiß nur (Quelle: ebenfalls hra-iran), dass er zu Tode verurteilt wurde, weil er angeblich seinem Bruder, der wegen eines Anschlags in Shiraz hingerichtet wurde, Geld brachte! Umgerechnet zweihundert Euro!

Warum soll aber die Regierung im Iran so grundlos Menschen töten? Ich weiß es nicht. Die Menschenrechtsaktivisten der Webseite hra-iran zumindest behaupten, dass der einzige Grund für die Hinrichtungen sei, Gewalt in der Gesellschaft vor dem Jahrestag der Wahlmanipulationen zu verbreiten.


Video von Soheil Tavakoli: "Die Fünf"

Vergleichbare Artikel: 
Julias Blog: Öffentliche Trauer und Proteste in kurdischen Gebieten
Julias Blog: Iran lässt fünf Menschen hängen, darunter einen Lehrer
Julias Blog: Farzad Kamangar 
Enduring America: Iran: Farzad Kamangar’s Last Letter “Is It Possible to Teach and Be Silent?” 
United for Iran: 4 Kurdish Activists, Prisoner of Conscience Executed
Street Journalist: FARZAD KAMANGAR and 4 Other political prisoners EXECUTED!

Freitag, 29. Januar 2010

Arash Rahmanipours Anwältin spricht über die Hinrichtungen von heute (Julia's Blog)

[...]
Nasrin Sotoudeh, die Anwältin von Arash Rahmanipour, bestätigte den Inhalt des Kommentars auf der Webseite von Norooz. In einem Interview mit der Deutschen Welle sagte sie: “Rahmanipour hat mir erzählt, dass er unter Druck gesetzt wurde. Ihm wurde versprochen, dass er statt der Todesstrafe nur 10 Jahre Haft bekommen würde, wenn er Dinge gestehen würde, die er nicht getan hatte. Aber so ist es nicht gekommen.”
[...]

Donnerstag, 28. Januar 2010

Zu den Hinrichtungen



1. Zwei Regimegegner wurden hingerichtet.
2. Vor der Hinrichtung wurde niemand benachrichtigt, nicht einmal die eigenen Familien der Opfer. Dies ist verfassungswidrig. Möglicherweise hat das Regime Reaktionen der Bevölkerung befürchtet.
3. Die Anwältin von Arash Rahmanipour (Foto links), Nasrin Sotoudeh, sagte, Arash sei zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen verhaftet worden.
4. Ali Zamani, Foto rechts, ist ebenfalls vor den Präsidentschaftswahlen verhaftet worden.

Mehr dazu: korrekte, gut recherchierte Berichterstattung auf New York Times.
Eine ungenauere, dafür aber deutschsprachige Analyse von der Zeit.

Donnerstag, 12. November 2009

Ausschnitte aus Ehsan Fatahians Gelöbnis vor seiner Hinrichtung

(unbedingt lesen)

Das vollständige ins Deutsche übersetzte Gelöbnis kann man auf Julia's Blog (URL: http://englishtogerman.wordpress.com/2009/11/10/ich-hatte-nie-angst-vor-dem-tod-ehsan-fatahians-gelobnis/) lesen. Ich kann sehr empfehlen das vollständige Gelöbnis zu lesen, trotzdem habe ich den Text für diejenigen, die weniger Zeit haben, abgekürzt.

Der letzte Strahl bei Sonnenuntergang/
ist der Weg, auf den ich schreiben will/
Das Geräusch der Blätter unter meinen Füßen/
sagt zu mir: Lass dich fallen/
nur dann wirst du den Weg zur Freiheit finden.

Ich hatte nie Angst vor dem Tod. Selbst jetzt, wo ich seine seltsame und ehrliche Gegenwart neben mir spüre, möchte ich noch seinen Geruch wahrnehmen und neu entdecken; der Tod ist der älteste Gefährte dieses Landes. Ich möchte nicht über den Tod sprechen, ich möchte nach den Gründen dahinter fragen. Wie kann man heute, wo Strafe die Antwort für die ist, die Freiheit und Gerechtigkeit suchen, dieses Schicksal fürchten? Diejenigen von „uns“, die von „ihnen“ zum Tode verurteilt wurden, haben nur eine Öffnung zu einer besseren und gerechten Welt gesucht. Wissen „sie“ auch, was sie tun?

[...] Ich suchte in tausend verschiedenen Richtungen nach den Gründen für Ungerechtigkeit. Aber die Wege für die, die nach Gerechtigkeit streben, waren so blockiert und die Atmosphäre so repressiv, dass ich keinen Weg fand, um die Dinge im Innern zu ändern, und so wandte ich mich woanders hin: Ich wurde ein Kämpfer der Komalah, um meine gestohlene Identität wieder zu finden. Doch ich habe mich nie von meiner ersten Heimat getrennt, und hin und wieder ging ich zurück, um meine Erinnerungen zu beleben. Und eines Tages, während eines meiner Besuche, fanden sie mich und sperrten mich in einen Käfig.

Das Willkommen, dass meine Wächter mir am ersten Tag zuteil werden ließen, zeigte mir, dass mein Schicksal das derer sein würde, die diesen Weg vor mir gegangen waren: Folter, konstruierte Anklagen, parteiische Gerichte, ein ungerechtes und politisch motiviertes Urteil, und schließlich und endlich der Tod.

[...]

In derselben Nacht wurde ich zum Hauptquartier des Geheimdienstministeriums der Provinz Kurdistan in Sanandaj gebracht, wo mir die richtige Party bevorstand: eine schmutzige Zelle mit einem ekelerregenden Bad, die Decken waren seit Jahren nicht gewaschen worden. Dies war der Beginn eines dreimonatigen Lebens zwischen Zelle und Verhörraum, immer unter extremer Folter und Schlägen. Die ehrenwerten Verhörbeamten waren so erpicht darauf, befördert zu werden oder etwas mehr Geld zu verdienen, dass sie mit allen möglichen bizarren Anschuldigungen kamen, obwohl sie wussten, dass sie falsch waren. Sie wandten jedes ihnen verfügbare Mittel an, um zu beweisen, dass ich an einer bewaffneten Operation beteiligt war. Am Ende konnten sie nur beweisen, dass ich ein Mitglied der Komalah gewesen war und bei Propagandaaktionen gegen das Regime mitgemacht hatte.

Die zehnjährige Haftstrafe, die durch das erste Gericht verhängt wurde, ist ein guter Beweis dafür, dass es nur einen Anklagepunkt gegen mich gab. Das Revolutionsgericht in Sanandaj verurteilte mich zu zehn Jahren Gefängnis, abzusitzen im Ramhormoz-Gefängnis außerhalb Kurdistans.

[...] Fälle mit Todesurteilen fielen in die Zuständigkeit des Obersten Gerichts. Der Staatsanwalt von Kamayaran legte also gegen das erste Urteil Berufung ein, und unerwarteterweise wandelte das Berufungsgericht von Kurdistan die zehnjährige Haftstrafe in ein Todesurteil um, was gegen das iranische Gesetz verstößt.

[...]

Lassen Sie mich hinzufügen, dass man mich, kurz bevor mein Urteil in ein Todesurteil abgewandelt wurde, aus dem Sanandaj-Gefängnis in das Gefängnis des Geheimdienstministeriums brachte, wo ich aufgefordert wurde, vor der Kamera ein falsches Geständnis abzulegen, Reue für Dinge zu zeigen, die ich nicht getan hatte und meinen Überzeugungen abzuschwören. Ich habe mich ihren unrechtmäßigen Forderungen nicht gebeugt, also wurde mir mitgeteilt, dass meine Haftstrafe in ein Todesurteil umgewandelt werden würde. Sie hatten es eilig damit, ihr Versprechen einzulösen und mir zu beweisen, dass Gerichte immer den Forderungen des Geheimdienstes und nichtjuristischer Organe nachgeben. Wie kann man da die Gerichte kritisieren?

Alle Richter legen einen Eid ab, in dem sie schwören, jederzeit und in jedem Fall unparteiisch zu bleiben, nach dem Gesetz und nur nach dem Gesetz zu gehen. Wie viele der Richter dieses Landes können von sich sagen, dass sie diesen Schwur nicht gebrochen haben, dass sie gerecht und unparteiisch geblieben sind? Meiner Meinung nach kann man diese Richter an den Fingern einer Hand abzählen. 

Wenn das gesamte Justizsystem in Iran auf Grund einer Handbewegung eines ungebildeten Verhörbeamten Verhaftungen, Prozesse, Haftstrafen und Todesurteile anordnet, was kann man dann von ein paar niederen Richtern in einer Provinz erwarten, die immer diskriminiert wurde? Ja, in meinen Augen ist es das Fundament des Hauses, das in Trümmern liegt.

Als ich den Staatsanwalt, der das erste Urteil erlassen hatte, letztes Mal im Gefängnis traf, gab er zu, dass das Todesurteil illegal war. Und dennoch wurde beim zweiten Mal entschieden, dass meine Hinrichtung ausgeführt werden soll. [...]

Die Leute, die diesen Gruppen angehören, betrachten Leben und Tod eines Gefangenen lediglich auf der Basis ihrer eigenen politischen und finanziellen Interessen. Sie sehen nichts außer ihren eigenen ungesetzmäßigen Zielen, selbst wenn es um das Recht eines Menschen geht, zu leben – das fundamentalste aller Menschenrechte. Wie sinnlos ist es, von ihnen zu erwarten, dass sie internationale Verträge respektieren, wenn sie nicht einmal ihre eigenen Gesetze einhalten?

Ein letztes Wort: Wenn die Regierenden und die Unterdrücker glauben, dass die kurdische Frage mit meinem Tod beendet ist, irren sie sich. Mein Tod und der Tod tausender anderer wie mir wird den Schmerz nicht heilen, sondern nur Öl in dieses Feuer gießen. Es besteht kein Zweifel daran, dass jeder Tod der Beginn eines neuen Lebens ist.

Ehsan Fatahian,
Zentralgefängnis Sanandaj

Montag, 12. Oktober 2009

Für Behnood war es eine Strafe, die Anderen sterben zu sehen

Human beings are members of a whole,
In creation of one essence and soul.
If one member is afflicted with pain,
Other members uneasy will remain.
Saadi


Sie versammelten sich, um einem Menschen das Leben zu retten, der gerne noch leben würde. Die Photos sind auf der Nachrichtenseite der Amir-Kabir-Universität von Teheran erschienen.

Sohrabs Mutter war auch da. Ihr Sohn Sohrab, wurde getötet, weil er fragen wollte wo seine Stimme sei. Nedas Mutter wollte auch hingehen. Ich weiß nicht ob sie da war.

Ich lese Behnoods letztes Interview. Aus der Zeit, als er noch lebte. Behnood würde blaue Farbe wählen, wenn er nur eine Farbe zum Malen aussuchen dürfte. Die Farbe des Himmels. Er würde so gerne den Himmel außerhalb des Gefängnisses sehen. Drei mal musste er den Tod mit seinen eigenen Augen sehen. Der Termin wurde kurz vor der Hinrichtung nach hinten verschoben. Menschenrechtler im Iran taten alles was man tun konnte. Behnood selbst hat an die Familie der Opfer geschrieben, dass es ihm Leid tat. Dass es keine Absicht von ihm war. Dass er genug bestraft wurde. Dass er im Alter von zwanzig Jahren schon zwanzig Menschen beim Sterben zusehen musste. Sie wurden erhängt. Er hatte von Kindheit an schon keine Mutter.

Er wollte nicht, dass der Termin wieder nach hinten verschoben wird. Er wünschte, dass die Mutter des Opfers ihn wie eine Mutter behandelt. Er wusste wie schrecklich das Ganze für sie ist. Er war nur am Tatort, um zwei Freunde zu versöhnen.

Und dabei war er noch nicht mal achtzehn!

Alle Mitglieder der Opferfamilie haben Behnood verziehen. Nur die Mutter nicht. Ich will ihr keinen Vorwurf machen (auf vielen Blogs wird sie heftig beschimpft, auch das kann ich sehr gut verstehen). Sie musste viel leiden. Sie konnte das ganze nicht verkraften. Aber den Richtern, die solche Urteile fällen, muss jegliche Art von Humanität fehlen. Für Behnood war es eine Strafe, die Anderen sterben zu sehen.

Dust and Trash

Babak Dad schreibt für das Leben (#3)


Babak Dad, der Blogger auf der Flucht, ist noch aktiv. Er nimmt an den poltischen Runden bei VoA (Voice of America) weiterhin telefonisch teil und stellt Artikel auf seinen Blog. Er ist weiterhin der Meinung, dass die grüne Bewegung bald siegen wird.

Momentan schreibt er an die Menschen, dass sie die Ausführung der Todesstrafen mit ihren Versammlungen vor dem Gefängnis verhindern sollen. Ich weiß von einer Versammlung von zweihundert Leuten, warte aber noch auf weitere Berichte.

In VoA spekuliert er, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran ergebnislos bleiben, weil die Regierung Irans andere Interessen als das Volk habe. Die iranische Regierung könne seinen Anhängern gegenüber eine solche Beziehung nicht rechtfertigen. Sie müsste sich dann komplett ändern. Deshalb werden die Regierungen der Länder in Zukunft mit dem Volk reden müssen. Dies sei möglich, weil viele Prominente der grünen Bewegung erreichbar seien.


Photo links: eine Karikatur von Nikahang Kowsar zu diesem Thema. Oben sitzt Larijani, der neue Justizchef Irans. 

Eben las ich, dass Behnood gehängt wurde. Er hat seine Tat vor dem achtzehnten Lebensjahr begangen und durfte eigentlich nicht aufgehängt werden, weil Iran unterschrieben hat minderjährige Täter nicht aufzuhängen.

Menschen haben Geld gesammelt, Konzerte gegeben, um die Familie des Opfers zufriedenzustellen. Dass sie ihm seine Tat verzeihen. Es hat nichts gebracht.








 Auch in Twitter wurde für Behnood mitgefiebert. Ein Ast in der Schwärze des Waldes schreit zum Licht, heißt es auf dem Bild.