Teheran: Polizeieinsatz ein Tag vor dem Ghods-Tag (neu: Iran-Tag)
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Donnerstag, 2. September 2010
Neue Attacke auf Karroubis Haus vor dem Ghods-Tag
Seit fünf Tagen wird Karroubis Haus angegriffen. Trotzdem ist die fünfte Nacht anders als die Nächte zuvor: Es wurde vor dem Haus geschossen, die Fenster wurden zerbrochen und Tränengas wurde ins Haus geworfen! Karroubis Frau sagte BBC-Persisch heute, dass die Regierung ihre Familie umbringen möchte.
Montag, 21. September 2009
Falscher Kommentar zu einem Slogan
Liebe Leser,
offensichtlich hatte ich einen Slogan vom "Green Qods Day" akustisch falsch verstanden. "Tod der Religion" war falsch, der Slogan hieß "Tod für China". Ich war auch selbst überrascht. Da aber alle Kommentare zum Video auf Youtube hießen "sagen sie wirklich Tod der Religion?", "Ja, mutig" und sogar auf English "Yes, we are Iranians; brave people", dachte ich, dass ich richtig höre.
Zum Glück hat Julia es gemerkt und mir geschrieben.
Zur Information: Religion heiß auf persisch "din", China wurde man auf deutsch "tschin" schreiben.
Ich entschuldige mich hiermit dafür und bedanke mich bei Julia herzlichst.
Euer
Dust and Trash
offensichtlich hatte ich einen Slogan vom "Green Qods Day" akustisch falsch verstanden. "Tod der Religion" war falsch, der Slogan hieß "Tod für China". Ich war auch selbst überrascht. Da aber alle Kommentare zum Video auf Youtube hießen "sagen sie wirklich Tod der Religion?", "Ja, mutig" und sogar auf English "Yes, we are Iranians; brave people", dachte ich, dass ich richtig höre.
Zum Glück hat Julia es gemerkt und mir geschrieben.
Zur Information: Religion heiß auf persisch "din", China wurde man auf deutsch "tschin" schreiben.
Ich entschuldige mich hiermit dafür und bedanke mich bei Julia herzlichst.
Euer
Dust and Trash
Sonntag, 20. September 2009
Freitag, 18. September 2009
Hunderttausende protestieren in vielen Städten (mit Videos)
Heute fragten mich Freunde, ob denn nichts mehr passiere im Iran. Klar passiere etwas, war meine Antwort, zum Beispiel gerade heute. Es gab Proteste, nur wurden sie in den deutschen Medien nicht (groß) gezeigt. Auf den Webseiten von CNN und der New York Times waren die Demonstrationen mit hunderttausenden Menschen nämlich die erste Schlagzeile, bis zur jetzigen Stunde. Guardian.co.uk hat in einem Liveticker die Demonstrationen übertragen; mit Videos natürlich. Auf BBC steht die Nachricht ebenfalls ganz oben. Auf Zeit.de steht immer noch keine Nachricht darüber. Auf Spiegel.de ist die Nachricht ziemlich versteckt und erst spät angekommen. Ich weiß nicht warum. Das Interesse der Bevölkerung in Deutschland an den Nachrichten diesbezüglich ist sehr groß. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies an den guten wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder liegt. Dafür sind die Medien zu unabhängig, denke ich. Könnt ihr mir bitte helfen und meine Frage in den Kommentaren beantworten? Ich wäre sehr dankbar.
Proteste trotz Drohungen
Es gab viele Drohungen, damit die Menschen sich
nicht trauen würden, auf die Straßen zu gehen. Ein Offizier des Pasdaran: "Diejenigen, die mit grünen Symbolen auf die Straßen gehen, werden hart bestraft". Trotzdem waren die Straßen der Städte voll. Hunderttausende sollen es gewesen sein. Ein BBC-Experte meint: "Dieses Mal sogar mit Kindern, als würden sie denken, sie haben nichts mehr zu verlieren. Das liegt am Verhalten des Regimes in den letzten Wochen.".
Weniger Gewalt
Zumindest gab es weniger Berichte über hartes Vorgehen des Regimes als bei den Protesten davor. Laut dem o.g. BBC-Experten lag es wahrscheinlich daran, dass die Pasdaran Angst hatten, ihre eigenen Familien aus Versehen zu töten, weil auch sie eventuell an den Demos teilnehmen würden. Das ist bei den alten Protesten passiert. So etwas schadet einer Regierung wie der von Ahmadinedjad enorm.
Ein anderer Experte meinte, es gebe einen zweiten Grund; die Regierung sehe langsam ein, dass die Opposition Recht hatte: "je mehr Gewalt, desto wütender die Menschen". Vielleicht sei die Regierung zur Vernunft gekommen. Die Situation sei wie ein Glücksspiel. Die Regierung müsse entscheiden was weniger schadet. Niederschlagen oder Kompromisse finden.
Es ist noch zu erwähnen, dass Karroubi angegriffen, aber von seinen Anhängern und Jugendlichen beschützt wurde. Auch Ex-Präsident Khatami wurde hart angegriffen, so dass sein Turban herunter fiel. Davon gibt es auch Photos.
Unstimmigkeit zwischen Bassijis
Es gab heute Streits zwischen Bassijis. Manche wollten hart attackieren, die anderen waren dagegen. Die friedliche grüne Bewegung scheint manche Ziele erreicht zu haben.
Slogans und Videos
Am Mikrofon sagt ein Bassiji "Tod für Israel" die Menge antwortet "Tod für Russland" (Teheran) Das liegt daran, dass behauptet wird, Irans Geheimdienst sei unter russischer Kontrolle und die iranischen Sicherheitskräfte seien in Russland ausgebildet worden. Außerdem ist Russland ein Verbündeter Ahmadinedjads. Es geht aber vor allem darum zu zeigen, dass sie sich nicht vorschreiben lassen, was man sagen darf oder kann.
Iran, Iran (Victory) (Teheran)
Wenn man keine grünen Symbole mitbringen will, kann man mit seinen Fingern ein V formen. Zum Beispiel zum Helikopter, in dem eventuell der Revolutionsführer ist.
Lügner, Lügner, Wo sind die 63% ... Tod der Diktatur ... Weder Gaza noch Libanon, ich sterbe für Iran (Teheran)
Leute unterstützen Karroubi (Teheran)
Diktator, Diktator, das ist die letzte Warnung, das iranische grüne Volk ist bereit für Revolution (Teheran)
Weder Gaza noch Libanon, Ich sterbe für Iran ... Geständnis und Folter haben keine Auswirkungen mehr (Isfahan)
Tod für China (Shiraz)
Proteste trotz Drohungen
Es gab viele Drohungen, damit die Menschen sich
Weniger Gewalt
Zumindest gab es weniger Berichte über hartes Vorgehen des Regimes als bei den Protesten davor. Laut dem o.g. BBC-Experten lag es wahrscheinlich daran, dass die Pasdaran Angst hatten, ihre eigenen Familien aus Versehen zu töten, weil auch sie eventuell an den Demos teilnehmen würden. Das ist bei den alten Protesten passiert. So etwas schadet einer Regierung wie der von Ahmadinedjad enorm.
Ein anderer Experte meinte, es gebe einen zweiten Grund; die Regierung sehe langsam ein, dass die Opposition Recht hatte: "je mehr Gewalt, desto wütender die Menschen". Vielleicht sei die Regierung zur Vernunft gekommen. Die Situation sei wie ein Glücksspiel. Die Regierung müsse entscheiden was weniger schadet. Niederschlagen oder Kompromisse finden.
Es ist noch zu erwähnen, dass Karroubi angegriffen, aber von seinen Anhängern und Jugendlichen beschützt wurde. Auch Ex-Präsident Khatami wurde hart angegriffen, so dass sein Turban herunter fiel. Davon gibt es auch Photos.
Unstimmigkeit zwischen Bassijis
Es gab heute Streits zwischen Bassijis. Manche wollten hart attackieren, die anderen waren dagegen. Die friedliche grüne Bewegung scheint manche Ziele erreicht zu haben.
Slogans und Videos
Am Mikrofon sagt ein Bassiji "Tod für Israel" die Menge antwortet "Tod für Russland" (Teheran) Das liegt daran, dass behauptet wird, Irans Geheimdienst sei unter russischer Kontrolle und die iranischen Sicherheitskräfte seien in Russland ausgebildet worden. Außerdem ist Russland ein Verbündeter Ahmadinedjads. Es geht aber vor allem darum zu zeigen, dass sie sich nicht vorschreiben lassen, was man sagen darf oder kann.
Iran, Iran (Victory) (Teheran)
Wenn man keine grünen Symbole mitbringen will, kann man mit seinen Fingern ein V formen. Zum Beispiel zum Helikopter, in dem eventuell der Revolutionsführer ist.
Lügner, Lügner, Wo sind die 63% ... Tod der Diktatur ... Weder Gaza noch Libanon, ich sterbe für Iran (Teheran)
Leute unterstützen Karroubi (Teheran)
Diktator, Diktator, das ist die letzte Warnung, das iranische grüne Volk ist bereit für Revolution (Teheran)
Weder Gaza noch Libanon, Ich sterbe für Iran ... Geständnis und Folter haben keine Auswirkungen mehr (Isfahan)
Tod für China (Shiraz)
Dienstag, 15. September 2009
Mutige Vorbereitungen für "Green Qods Day" am Freitag
Qods Tag. Früher war es ein Tag, an dem die Anhänger der islamischen Republik auf die Straße kamen, Israel Flaggen verbrannten und Tod Israel schrien. Manchmal auch die USA und selten England wurden beschimpft. Nachdem alle religiösen Feste von der Regierung abgesagt wurden, weil die Grünen die Situation für eine Versammlung benutzen wollten, wird der Qods Tag diese Tage ersetzen müssen. Absagen kann ihn Ahmadinedjad kaum.
Nun sind die Geschmäcker bekanntlich unterschiedlich. Deshalb sind die Aufforderungs-Plakate sehr unterschiedlich. Manche haben ein religiöses Fundament, andere ein demokratisches. Sie alle haben aber eine Gemeinsamkeit: Widerstand mit grünen Symbolen gegen die iranische Regierung.
Auf dem Poster links beispielsweise steht in der Mitte "Vergewaltigung verboten", ganz oben steht "weltweite grüne Qods-Demos". Ganz unten links steht "Maler: Grüner Schrei", das Bild Schrei steht darüber, nur grün bemalt. Die Poster sehen unterschiedlich aus.
Mutiges Verbreiten
In Isfahan (Esfahan) hat eine Gruppe von Jugendlichen 5000 Flyer in der Stadt ausgeteilt, natürlich aus eigener Tasche bezahlt. Für Demokratie und Freiheit muss man einen Preis zahlen. Geld ist ein kleiner Preis. Ich sah gerade ein Video auf Mousavis offizieller Facebook-Seite. Eine mutige Frau liest in einem Bus eine Einladung zur Demonstration in der religiösen Großstadt Mashhad vor, eine andere Frau filmt das ganze, so dass man keine Gesichter erkennt. Am Ende teilt sie Flyer aus, es gibt keinen Aufstand. Ahmadinedjad hat kaum Anhänger. Sogar in der konservativsten Stadt Irans Qom gibt es Ankündigungen für eine solche Demonstration. Heute wurden auf Internetseiten die Leute dazu aufgerufen, ab sofort Bluetooth einzuschalten um auch damit einander zu benachrichtigen.
Mousavi, Karroubi und Ex-Präsident Khatami haben bereits angekündigt, dass auch sie an den Demonstrationen teilnehmen werden. Früher war immer Rafsanjani der Freitagsprediger diesen Tages. Viele wünschen sich, dass er auch das Freitagsgebet diesen Jahres predigt. Es ist aber noch unklar ob ihm dieses Mal das Predigen erlaubt wird.
International wird es auch in vielen anderen Städten Solidaritätsdemonstration geben. In Deutschland zum Beispiel sind meines Wissens nach bereits Demonstrationen in Berlin, Hamburg und Köln geplant.
Es gibt viel zu berichten, ich glaube aber, dass dieser Bericht lang genug geworden ist. Falls man sich mehr informieren will, kann man nach "Green Qods Day" suchen, beispielsweise mit Google.
Liebe Grüße,
Dust and Trash
Samstag, 12. September 2009
Alarm! Wird Karroubi verhaftet?
Am Mittwoch berichtete ich über das verbreitete Gerücht, das Regime wolle Mousavi und Karroubi verhaften. Laut vielen iranischen Quellen gab Revolutionsführer Chamenei den Befehl, ihn zu verhaften. Die Nachricht lautet, Rafsanjani habe seinen Freunden von seinem Treffen mit dem Revolutionsführer berichtet. Rafsanjani habe ihm anscheinend gesagt, er werde von allen seinen Ämtern zurücktreten, er dürfe nicht mal die Freitagsgebete predigen. Danach sagte er zum Revolutionsführer: "Sie sollten keinen Haftbefehl für Karroubi erlassen." Am Ende sagte Rafsanjani, wenn es so weiter ginge, würde alles noch komplizierter werden. Der Revolutionsführer antwortete ihm mit Schweigen.
Auf einer Ahmadinedjad-nahen Webseite steht heute: "Rafsanjani wird nicht das Freitagsgebet vom Qods-Tag [Green Qods Day, ich werde noch darüber berichten] predigen". (Damit wäre die Nachricht von oben zur Hälfte bestätigt. Während ich diesen Satz schrieb, kam eine neue Nachricht auf BBC: "Laut einer Gruppe der Judikative sind Karroubis Dokumente bezüglich der Vergewaltigungen gefälscht". Gestern hatte ich meine Vermutung auf Twitter veröffentlicht. Karroubis Verhaftung wäre eine Machtprobe. Damit kann das Regime besser spekulieren, wie die Reaktionen ausfallen würden, falls sie verhaften. Wird die Bewegung friedlich bleiben? Fragen über Fragen.
Warum Gerüchte gefährlich sind
Ich werde jedenfalls die Nachricht einer Verhaftung nur kommentieren, wenn die Quellen zuverlässig sind. Solche Gerüchte muss man mit Vorsicht genießen, noch dazu, dass sie gerne von Regierungen wie der heiligen islamischen Republik produziert werden. Die gewünschte Auswirkung ist natürlich leicht zu durchschauen: Man verbreitet ein Gerücht so oft, bis die Leute eine Nachricht nicht mehr glauben, weil sie das Vertrauen (zueinander) verlieren. Zueinander, weil sie diese Nachrichten von Freunden gehört haben, die eventuell als Lügner gelten können. Außerdem dienen solche Gerüchte dazu, die kleinen Reaktionen anzuschauen und zu bewerten. Zum Glück informieren sich die Menschen über solche Auswirkungen.
Wir bleiben informiert.
Euer
Dust and Trash
Auf einer Ahmadinedjad-nahen Webseite steht heute: "Rafsanjani wird nicht das Freitagsgebet vom Qods-Tag [Green Qods Day, ich werde noch darüber berichten] predigen". (Damit wäre die Nachricht von oben zur Hälfte bestätigt. Während ich diesen Satz schrieb, kam eine neue Nachricht auf BBC: "Laut einer Gruppe der Judikative sind Karroubis Dokumente bezüglich der Vergewaltigungen gefälscht". Gestern hatte ich meine Vermutung auf Twitter veröffentlicht. Karroubis Verhaftung wäre eine Machtprobe. Damit kann das Regime besser spekulieren, wie die Reaktionen ausfallen würden, falls sie verhaften. Wird die Bewegung friedlich bleiben? Fragen über Fragen.
Warum Gerüchte gefährlich sind
Ich werde jedenfalls die Nachricht einer Verhaftung nur kommentieren, wenn die Quellen zuverlässig sind. Solche Gerüchte muss man mit Vorsicht genießen, noch dazu, dass sie gerne von Regierungen wie der heiligen islamischen Republik produziert werden. Die gewünschte Auswirkung ist natürlich leicht zu durchschauen: Man verbreitet ein Gerücht so oft, bis die Leute eine Nachricht nicht mehr glauben, weil sie das Vertrauen (zueinander) verlieren. Zueinander, weil sie diese Nachrichten von Freunden gehört haben, die eventuell als Lügner gelten können. Außerdem dienen solche Gerüchte dazu, die kleinen Reaktionen anzuschauen und zu bewerten. Zum Glück informieren sich die Menschen über solche Auswirkungen.
Wir bleiben informiert.
Euer
Dust and Trash
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