Chameneis Fatwa: "Ihr sollt mir gehorchen"; nichts Neues eigentlich
Nur wenige Stunden stand Chameneis neue Fatwa auf seiner offiziellen Webseite, in der er behauptete, dass jeder ihm gehorchen müsse. Man könnte beinahe sagen, dass das Büro des Revolutionsführers Irans mächtigsten Mann zensieren musste. Die Reaktionen zur folgenden Fatwa dauern noch heute an:
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Montag, 26. Juli 2010
Montag, 12. Juli 2010
Rahnavard zur Kritik an der grünen Bewegung und Steinigung
Fershte Ghazi, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin interviewte heute Zahra Rahnavard, Mousavis Frau. Die Einleitung von Rooz [1] zum Interview ist eine gute Zusammenfassung des Interviews und erklärt gleichzeitig dessen Hintergründe. Dazu übersetzte ich die letzte Frage des Interviews, in der Rahnavard ihre Meinung zum barbarischen Gesetz der Steinigung äußerte.
Dienstag, 22. Juni 2010
Rahnavard fordert Ende der Diskriminierung von Frauen in der Islamischen Republik; Julias Blog
Zahra Rahnavard [die Ehefrau des Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi] hat zum ersten Jahrestag der Ermordung von Neda Agha Soltan [am 20. Juni] in einem Statement erklärt, Freiheit und Demokratie könnten nicht verwirklicht werden, ohne dass „die Diskriminierung von Frauen beendet wird“.
In ihrem auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Statement betonte sie, die Grüne Bewegung stünde in der Schuld des „Widerstands“ der Frauen, die „an der vordersten Front der Bewegung“ stünden.
[...]
a Rahnavard verwies ausdrücklich auf die wichtige Rolle, die Frauen als aktive Demonstrantinnen in den Straßén, als unbeugsame Gefangene, Journalistinnen, Lehrerinnen, Arbeiterinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Mütter und Ehefrauen von Gefangenen, die auf die Freilassung ihrer geliebten Kinder und Ehemänner warten, für die Grüne Bewegung gespielt haben.
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In ihrem auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Statement betonte sie, die Grüne Bewegung stünde in der Schuld des „Widerstands“ der Frauen, die „an der vordersten Front der Bewegung“ stünden.
[...]
a Rahnavard verwies ausdrücklich auf die wichtige Rolle, die Frauen als aktive Demonstrantinnen in den Straßén, als unbeugsame Gefangene, Journalistinnen, Lehrerinnen, Arbeiterinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Mütter und Ehefrauen von Gefangenen, die auf die Freilassung ihrer geliebten Kinder und Ehemänner warten, für die Grüne Bewegung gespielt haben.
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Dienstag, 9. März 2010
Frauen und die grüne Bewegung
Nachträglich beglückwünsche ich alle Frauen und auch Männer, die sich für Frauenrechte einsetzen oder sich für den internationalen Frauentag interessieren. Es ist ein passender Anlass, die wichtige Rolle der Frauen für die grüne Bewegung zu erwähnen.
Seit Beginn der grünen Bewegung haben Frauen eine große Rolle in ihr gespielt. Die Kandidaten Mousavi und Karroubi traten bei Wahlreden mit ihren Frauen auf. Mousavi war sogar der erste iranische Politiker, der die Hand seiner Frau in seinen Hände hielt. Iraner, vor allem Jugendliche, waren davon begeistert, dass ein iranischer Politiker somit seine Liebe öffentlich zeigt. Denn sie selbst würden auch gerne problemlos zusammen auf den Straßen laufen dürfen. Für die ausländischen Medien war es nach den Wahlen etwas neues, dass bei einer Großdemonstration die Mehrheit aus Frauen besteht. Für einen Iraner dürfte es nichts neues sein. Es gab auch in den Jahren zuvor Demonstrationen, die von Frauen organisiert wurden. Solche Demonstrationen wurden auch von Männern unterstützt. Das ist nachvollziehbar: kein normal denkender Mann mag es zu sehen, dass seine Mutter, Schwester, Ehefrau oder Tochter unterdrückt wird. Deswegen ist das Thema vieler iranischer Filme die "Gleichberechtigung". Solche Filme werden auch oft von Männern gedreht. Filme wie Offside oder Der Kreis, dessen Regisseur Jafar Panahi vor wenigen Tagen verhaftet wurde.
Nicht nur auf Demonstrationen der grünen Bewegung spielen Frauen eine große Rolle. Sie besetzen auch viele ihrer Schlüsselrollen: sie sind Anwältinnen, Künstlerinnen, Politikerinnen, Studentinnen oder Professorinnen. Im Folgenden stelle ich Ihnen drei Frauen vor, die zum Teil in den anderen Artikeln bereits vorgestellt wurden.
1. Shirin Ebadi, Anwältin und Friedensnobelpreisträgerin
Sie ist eine Heldin. Die frühere Richterin kümmert sich um Kinder und politische Gefangene. Sie vertritt ihre Mandaten kostenlos und riskiert ihr Leben. Bei der Nobelpreisverleihung trag sie kein Kopftuch. Sie meinte, sie habe keine offizielle Stelle. Deshalb trage sie kein Kopftuch. Im Iran sind die Frauen gezwungen ein Kopftuch zu tragen. Seitdem ist das Ziel der Hassreden von Zeitungen wie Kayhan dafür aber politisch immuner denn je.
2. Zahra Rahnavard, bekannt als grüne Dame Irans
Mousavis Ehefrau feierte den internationalen Frauentag mit Aktivistinnen der Frauenbewegung im Iran (siehe CNN-Bericht). Die Dozentin geht gerne in die Universitäten und spricht direkt mit den Studenten oder lässt sich von persischsprachigen Exil-Zeitungen interviewen, was Mousavi bis jetzt nicht getan hat. Sie ist so beliebt, dass viele Experten behaupten, dürfte sie kandidieren und würde sie gegen ihren Mann antreten, würde sie gewählt werden. Vielleicht ist es ihre Position, die es ihr erlaubt klarere Statements als ihr Mann abzugeben. Ganz egal: Zahra Rahnavard wurde zum dritten Denker von "The FP Top 100 Global Thinkers" gewählt. Sojemand wird im Iran geehrt.
3. Simin Behbahani, Dichterin
Ihr wurde gestern, am internationalen Frauen Tag, die Ausreise verboten (siehe BBC-Bericht). Sie ist das Paradebeispiel des Widerstands iranischer Frauen gegen das Kopftuch: wenn sie einer Zeitung ein Interview gibt, schickt sie nur Fotos ohne Kopftuch, sodass die Zeitung keine andere Wahl hat, als ein solches Foto von ihr abzudrucken. Sie ist eine der prominentesten iranischen Dichter.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Verhandlungszeit?
Der Ex-Präsident und einer der symbolischen Führer der grünen Bewegung, Chatami, soll einen Brief an den Revolutionsführer Chamenei geschrieben haben. Es wurde von Chatami-nahen Kreisen bestätigt, dass der Brief existiert. Über den Inhalt wird gestritten. Karroubis Antworten zu den Fragen von Farsnews, wie Karroubi sie wirklich gesagt hat, sind kein Zeichen eines Rückschritts. Zumindest interpretiert Karroubi sein Interview so (englische und persische Version des neuen Interviews mit Sahamnews). Letzte Woche hielt außerdem Chamenei eine Rede, in der er zum ersten Mal von einer "Krise" sprach. Manche reformorientierten Politiker sprachen über mögliche Verhandlungen. Zahra Rahnavard, Mousavis Frau, gab danach Roozonline ein Interview (falls roozonline nicht erreichbar ist, kann man das Interview auch auf Payvand lesen), in dem sie klar macht, dass sie und ihr Mann den Kampf um die Rechte des Volkes nicht aufgeben werden. Auch wenn einer der beliebtesten Persönlichkeiten Irans, Zahra Rahnavard, sagt, dass sie mit Ahmadinedjads Regierung nicht verhandeln werden, heißt es nicht, dass sie nicht auch mit Chamenei verhandeln werden. Solche Verhandlungen könnten sie zwar bei bestimmten Teilen der Bevölkerung unbeliebt machen, sind aber manchmal notwendig. Kompromisse in der Politik können einer demokratische Bewegung helfen. Ein gutes Beispiel dafür ist Pinochet, chilenischer Diktator. Pinochet bekam einen lebenslangen Sitz im Senat und war somit politisch immun.
Ein Politiker muss manchmal Entscheidungen treffen, die unpopulär sind. Viel wichtiger sollte für einen guten Politiker das Leben und Wohl des Volkes sein. Das heißt aber nicht, dass das Volk die Straßen verlassen soll. Diese Politiker können nur dann erfolgreich sein, wenn das Volk weiter Druck ausübt.
Freitag, 4. Dezember 2009
Schlagzeilen der Woche (#5)
1. Zahra Rahnavard wurde zum dritten Denker von "The FP Top 100 Global Thinkers" gewählt, weil sie das Gehirn der grünen Bewegung ist. Auf dem ersten Platz ist der Ökonom Ben Bernake zu sehen, während Barak Obama den zweiten Platz erhielt.
2. Tägliche Proteste der Studenten setzen sich fort. In Teheran fangen diese Proteste mit einem Hungerstreik an. Man stellt die Mensatabletts auf eine Reihe, läuft diese Reihe entlang und singt politische Lieder. Mittlerweile kommen mehr Videos aus kleineren Städten ins Netz. Der Grund könnte die erwiesene Wirkung dieser Videos sein: sie machen den Protestierenden mehr Mut, weil man weiß, dass man nicht alleine ist.
3. Behzad Nabavi (auf dem Foto links) ist frei. Zwar war er kurz vor dem Sterben und musste sofort ins Krankenhaus, zum Glück ist aber alles gut gelaufen. Das Mitglied von Modschahedin-e-Enghelb-e-Eslami (nicht zu verwechseln mit Modschahedin oder MKOs) erzählt seinen Besuchern mit guter Laune, wie er hinter Gittern seiner Frau einen fernen Kuss schickte, wie seine unpolitische Frau ihm mit V-Zeichen sagt,e er solle stark bleiben und Widerstand leisten [also nicht beichten]. In diesem Moment dachte er, er sei zu rückschrittlich geworden und erzählt ironischerweise, wie jemand zu den Wachen sagte: "falls Nabavi ein Haar verliert; [lacht] er wusste ja ich kann kein Haar mehr verlieren" und zeigt damit seine gesunde psychische Verfassung. Dazu gibt es ein Video auf YouTube, leider nur auf persisch.
Nabavi wurde von vielen prominenten Politikern besucht. Von Mousavi und seiner Frau Rahnavard, Karroubi, Ex-Präsident Khatami, Blogger-Mullah Abtahi und Ex-Innenminister Nuri (Foto oben, neben Nabavi). Er erzählte ihnen, wie der viel gefürchtete Richter Mortazavi ihn zum Beichten bringen wollte und ihm in einem veränderten Zeitungsartikel zeigte, Mousavi habe eingestanden, dass er verloren habe. Nabavi sagte zu Mortazavi, er glaube es nur, wenn sie ihm einen Video von Mousavi zeigten, auf dem er die Niederlage akzeptiert.
4. Zeidabadis Kaution ist wieder gestiegen. Mittlerweile beträgt sie fünfhunderttausend US-Dollar!
5. Shirin Ebadis Nobelpreis ist konfisziert worden! Zwar wurde die Meldung vom Außenminister Irans verneint, Shirin Ebadi aber sagte, der Minister lüge. Außerdem sei das Geld ihres Mannes konfisziert.
6. Neue Welle von Videos vom 4. November ist angekommen. Für die Interessierten gebe ich dieses Mal nur die Links meiner Auswahl hier an: Video 1 und Video 2
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