Samstag, 12. Juni 2010

12. Juni, Bericht #2 (erstes veröffentlichtes Video der Proteste)

In diesem Video sieht man die Studenten der Sanati-Sharif Universität aus Teheran. Sie schreien "Ya Hssein, Mir Hossein" und unterstützen damit Mir Hossein Mousavi.

Kommentare:

  1. Es grenzt schon an Desinformation zu behaupten die Studenten unterstützen Mousavi nur weil sie diese Parolen rufen. Eine Schande gegenüber der deutschen Leserschaft diese so zu täuschen. Ein Iraner.

    AntwortenLöschen
  2. Bitte schreiben Sie doch, was DIESE Studenten damit ausdrücken wollen, wenn Sie es besser wissen. Sollte ich schreiben "sie hassen Mousavi" und deswegen schreien sie seinen Namen?

    AntwortenLöschen
  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  4. Es ist eine Schutzparole. Viele der Studenten wissen um die Verbrechen von Mousavi und sehen diesen Islamisten durchaus kritisch. Mousavi-Parolen werden aus taktischen Gründen eingesetzt um die Fitna unter den islamistischen Schergen zu vergrößern. Es ist nicht redlich zu behaupten, dass die Freiheitsbewegung Mousavi folgen oder unterstützen würde. Sonst wären sie alle daheim gebelieben als Mousavi und Karoubi die Menschen dazu aufforderten daheim zu bleiben und nicht an Demos teilzuhaben. Ihr Wunschdenken ist nicht mit der iranischen Realität gleichzusetzen, und Sie machen sich mit dieser Art von tendenziösen Berichte unglaubwürdig.

    AntwortenLöschen
  5. Sie werfen mir Wunschdenken vor, interpretieren aber selber die Parolen der Studenten einseitig.

    Ich habe nicht geschrieben, dass diese Studenten Mousavi aus Idealismus oder Loyalität unterstützen. Ich habe mehrfach auf diesem Blog darauf hingewiesen, dass die grüne Bewegung nicht einheitlich ist.

    AntwortenLöschen
  6. Die Studenten wünschen sich dass ihre Forderungen gehört, und nicht dass sie instrumentalisiert werden, und zu Mousavi-Unterstützter erklärt werden. Wenn die Studenten Mousavi nicht aus "Idealismus und Loyalität" unterstützen, aus welchem Beweggrund tun sie es dann?

    AntwortenLöschen
  7. Zum Beispiel aus strategischen Gründen, weil Chamenei und Ahmadinedjad gerade gegen Mousavi stehen. Sie können auch auf mehreren Seiten mit den Studenten darüber reden.

    AntwortenLöschen
  8. "Die Studenten wünschen sich dass ihre Forderungen gehört, und nicht dass sie instrumentalisiert werden, und zu Mousavi-Unterstützter erklärt werden."

    Wenn Sie nicht zu Mousavi-Anhänger gezählt werden wollten, würden sie etwas anders wie "allah-o-Akbar" schreien.

    AntwortenLöschen
  9. "Wenn Sie nicht zu Mousavi-Anhänger gezählt werden wollten, würden sie etwas anders wie "allah-o-Akbar" schreien."

    Auch säkulare Kräfte rufen Allahuakbar, ohne am Islam zu glauben. In erste Linie geht es bei diesen Parolen um die Destablisierung des Regimes und sie rufen Allahuakbar, weil die Menschen es bereits 1979 taten. Davon abzuleiten sie wären Mousavi-Anhänger oder wie andere Verblendete Anhänger des "demokratischen" Islam, ist die größte Verleumdung gegenüber den Studenten.

    AntwortenLöschen
  10. Nun haben Sie mich wirklich falsch verstanden. "Auch säkulare Kräfte rufen Allahuakbar, ohne am Islam zu glauben." Darin stimme ich Ihnen vollkommen zu.
    In diesem Video wird ja eben gerade nicht "allah-o-akbar" gerufen. Wie würde meine obige Aussage denn überhaupt hierher passen, wenn man diese so wie Sie versteht. Sie scheinen versessen darauf zu sein, mir Dinge vorzuwerfen, die ich nicht gesagt oder intendiert habe.

    Meine Aussage war sinngemäß:
    Wenn die Studenten nicht für Mousavi-Anhänger gehalten werden wollten, würden sie die Parole "allah-o-akbar" möglicherweise bevorzugen, anstatt bewusst "Ya Hossein, Mir Hossein" zu skandieren.

    Mein Wunsch ist übrigens ein säkularer Iran.

    AntwortenLöschen
  11. Ein Zwischenruf-Versuch aus europäischer/deutscher Sicht:
    Was mag das Skandieren von "allah-o-akbar" "Ya Hossein, Mir Hossein" bedeuten?


    Hat es überhaupt je eine Protestbewegung in einem beliebigen westeuropäischen Land gegeben, der selbst die offizielle, wohl nach unten manipulierte, Statistik das hohe Wahlergebnis von über 35% verleiht und so der Opposition einen ungleich höheren Grad politischer Legitimation verleiht,
    als sie jede einzelne große oder entscheidende populäre Partei in DEUTSCHLAND mit einer großen und weitgefächerten Wählerschaft nach der letzten Wahl zum Bundestag und so der derzeitigen deutschen Regierung besitzt
    (d.h. definitiv unter 35%; genauer: SPD - 23%; CDU/CSU - 33.8%; FDP - 14.6%; Grün - 10.7%)?

    Die Präsidentschaftskandidaten, die diese Stimmen auf sich vereinigen konnten, waren im Wesentlichen Mousavi und Karoubi - dessen wird sich auch im Iran Otto-Normalverbraucher bewusst sein.
    Dieser Otto-Normalverbraucher-Durchschnittsmensch wird - so in Europa/Deutschland zumindest üblich - sich auf diese Namen beziehen, wenn er mit bestimmten politischen oder sozialen Situationen unzufrieden ist. Erinnert sei an die "Willy-Willy"-Rufe längst vergangener Zeiten, die auch in der damaligen DDR trotz akustischer Namensidentität mit dem damaligen Vorsitzenden des Staatsrates und Staatsoberhaupt der DDR, Willi Stoph, völlig richtig von den DDR-Sicherheitskräften und von der DDR-Justiz eingeordnet wurden.

    Auch die Sicherheitskräfte und die Justiz in Iran wird die "allah-u-akbar" und "Mousavi"-Rufe
    (obwohl Gott politisch neutral und der Name Mousavi vermutlich so häufig wie im Deutschen "Meyer" ist?)
    völlig korrekt einzuschätzen wissen - da bin ich mir aber so was von sicher!


    Die Frage ist also wohl kaum die Hinterfragung von interpretierbaren Kundgebungs-Slogans,
    sondern ganz entschieden die Frage:

    Wie soll die iranische Gesellschaft den abgrundtiefen Fundamental-Widerspruch zwischen diesen Zahlen und einer Regierung bewältigen, die unzeitgemäße, antiquierte, ja mittelalterliche Ideologien, Methoden und Prinzipien der Regierungs- und Machtausübung praktiziert?

    AntwortenLöschen
  12. Sehr geehrte Publicola,
    genau was Batebi in seinem Interview (in älteren Artikeln) angemerkt hat, erwähnen Sie, vermute ich. Ich bin auch Ihrer Meinung. Falls Sie noch das Interview nicht gelesen haben, empfehle ich Ihnen sehr, es zu lesen.

    Viele Grüße

    AntwortenLöschen
  13. Zürnen Sie mir bitte nicht - ich weiß einfach nicht, wer Batebi ist:

    geben Sie mir doch bitte einen Link auf genannten Kommentator/in und Interview.

    Danke

    AntwortenLöschen
  14. Gerne:

    http://dustandtrash.blogspot.com/2010/06/interview-mit-ahmad-batebi-teil-1-die.html

    Batbei wurde übrigens mit diesem Foto bekannt:
    http://www.telospress.com/main/images/news/images_med/AhmadBatebi.jpg

    AntwortenLöschen
  15. Herzlichen Dank. Ich hatte wohl den von Ihnen publizierten Teil des Interviews gelesen, aber mir weder den Namen des Interviewers gemerkt noch den weiterführenden Link (Julias Blog) genutzt.

    Ja, Sie haben Recht. Für mich erstaunlich, dass ein relativ junger Mensch wie Batebi schon zu diesen reifen Ansichten gelant. Sehr überraschend und erfreulich.

    AntwortenLöschen