Samstag, 2. Oktober 2010

Ebrahim Yazdi, zweiter Außenminister der Islamischen Republik, verhaftet


Ebrahin Yazdi, Generalsekretär der Organistaion Nehzat-e-Azadi (Freiheitsbewegung) und mehrere andere Mitglieder der Organisation wurden am Freitag auf dem Weg zur Beerdigung eines verstorbenen Mitglieds in Isfahan verhaftet. Ebrahim Yazdi war der zweite Außenminister Irans nach der Islamischen Revolution, der als Protest gegen die Geiselnahme der US-Botschaft zurück trat.

Nehzat-e-Azadi gehört zu den sogenannten national-religiösen (melli-mazhabi) Parteien.



Seit den verfälschten Wahlen im Juni 2009 wurde Yazdi zweimal verhaftet. Er ist 79 Jahre alt. Das erste mal musste er nach fünf Tagen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zuvor wurde er wegen Prostatakrebs operiert.

Vergleichbare Artiekl
Mousavis großer Wandel?
Julias Blog: Generalsekretär Dr. Ebrahim Yazdi, zwei Mitglieder der Freiheitsbewegung verhaftet

Kommentare:

  1. FAZ-Artikel / Buchbesprechung:

    In dem Artikel von Joseph Croitoru werden zwei Analysen besprochen:

    1) die Untersuchung des amerikanisch-iranische Soziologen Said Amir Arjomand über die Ereignisse seit der Wahl - er spricht von einem „Wahl-Putsch“ - als Beginn einer völlig neuen Ära in der Geschichte der Islamischen Revolution

    „The Iranian Revolution in the New Era“,
    in: Current Trends in Islamist Ideology, Nr. 10, Sommer 2010, Hudson Institute, Washington

    2) der Aufsatz des Iranologen Jamsheed K. Choksy aus Indiana, dem zufolge der iranische Staatspräsident und seine Verbündeten heute im Wesentlichen nichts anderes betreiben als Säkularisierungspolitik. Was im iranischen Kontext zunächst befremdlich klingt, könnte nach Meinung des Autors in nicht allzu ferner Zukunft das Ende der „Islamischen Republik“ in ihrer jetzigen Form bedeuten

    Aufsatz „Why Iran's Islamic Government Is Unraveling“
    im gleichen Heft

    Die FAZ-Besprechung schließt ab mit der Conclusio:

    " ... die Revolutionsgardisten [haben] neuerdings damit begonnen, Prediger wie religiöse Veranstaltungen zu kontrollieren. Als sie im Juni die Abwicklung der Zeremonie an sich rissen, mit der jährlich im Chomeini-Mausoleum der Todestag des Revolutionsführers begangen wird und die in den Händen seiner Familie lag, war dies ein Tabubruch.

    Der Grund war wohl, dass Khomeinis Enkel Hassan seit den Wahlen mit der reformorientierten Opposition sympathisiert.

    Dem orthodoxen Klerus bleibt ... nur die Hoffung, den Präsidenten spätestens 2013 endgültig loszuwerden, denn gemäß der iranischen Verfassung kann er nur einmal wiedergewählt werden.

    Allerdings spricht ... einiges dafür, dass Ahmadineschad und die mit ihm verbündeten „säkularen Autokraten“ bis dahin noch mächtiger werden und dann auch versuchen könnten, die verfassungsrechtliche Hürde, die eine dritte Wiederwahl des Präsidenten nicht vorsieht, abzuschaffen.
    Dies könnte ... für die Mullahs ihre bislang größte Herausforderung werden.

    In Iran könnte dann die Theokratie durch eine säkularere Staatsform abgelöst werden, die aber nicht weniger diktatorisch sein würde."

    Die hier in Aussicht gestellte diktatorische IRGC-Ahmadinejad-Säkularisierung verleitet nicht zu Optimismus - to say the least. Iran hat definitiv eine bessere Regierung und ein besseres System verdient. Leider ist es nicht so.

    Selten lagen und liegen realistisches Gipfel-Potential und Abgrund-Realität eines Landes soweit auseinander.

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  2. Es konnte stimmen. Aber dann taucht die Frage auf, warum unterstütze Chamenei eigentlich AN. Und damit tauchen eine Kette von weiteren Fragen auf.

    Es gibt diesen Mashaei (Lesen Sie z.B diesen Artikel: http://bit.ly/aeuib8 ) dessen Verhalten für von Ihnen besprochene These spricht. Aber die konservativ-fantaische Kleriker unterstützen AN weiterhin (Beispiele) Ajatollah Yazdi, Ay.Mesbah Yazdi, Aj. Jannati).

    Ich denke, dass AN und die IRGC-Militzen die hinter ihm stehen wollen regieren. Mit welchen Mitteln ist ihnen egal. Mashaei soll wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Gegner der Islamischen Republik zu seinen Anhänger werden. Bisher verlor er durch ihn nur alte Anhänger!

    Vielleicht werde ich noch darüber ausführlich schreiben.

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  3. Herzlichsten Dank für den erhellenden Kommentar.

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  4. Da es nicht geklappt hat mit der Angabe des Links, hier zum 'Googeln' die Angaben zum Artikel

    "Richtungswechsel in Iran
    Wird der Gottesstaat bald säkular? - Ideologiewechsel in Iran: Die Diktatur löst sich von theokratischen Begründungen. Effiziente Herrschaft, heißt es, sei wichtiger als Gebet, Frauen gehörten in die Regierung."

    Von Joseph Croitoru

    FAZ - 29. September 2010

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