An mehreren Universitäten Irans versammelten sich heute iranische Studenten und protestierten gegen die aktuelle politische Lage. Homylafayette hat eine gute Videosammlung bereitgestellt. Deutschsprachige Berichte sind auf Julias Blog vorhanden. Zu ergänzen ist, dass in der Amir-Kabir-Universität etwa 20 Studenten verhaftet wurden. Sieben von ihnen wurden bis jetzt wieder freigelassen.
Sicherheitskräfte waren vorbereitet. Seit Ende letzter Woche nahm ihrer Anzahl in der Nähe der Universitätetn zu. Ein paar Videos sind besipielsweise auf dem Blog Freedom of Expressionvorhanden. Sie waren besorgt, dass die Proteste vorzeitig beginnen. Und so kam es auch.
Die Universität lebt. Ein Studentenmotto, das die Studeneten mit ihrem eigenen Blut auf die Straßen und Universitätsgelände Irans schrieben, nachdem sie von Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. Ein Satz, der die Sicherheitskräfte zum Zittern brachte. Ein Satz, der vor allem an Bassijis und die Regierung gerichtet ist und der sagen will: ihr habt uns geschlagen, verhaftet und gefoltert. Ihr habt uns aber noch nicht zum Schweigen gebracht, und ihr werdet uns nicht dazu kriegen. Ihr habt versucht die Universität zu töten, aber ihr seid daran gescheitert.
Wie vermutet werden weiterhin Videos vom siebten Dezember ins Netz gestellt. Die Anzahl der unruhig gewordenen Städte am siebten Dezember ist damit viel größer als bei den vorherigen Artikeln behauptet. Viele dieser Videos kommen aus kleineren Städten, von denen man nicht einmal über Proteste berichtete. Das zeigt, dass die Experten, die die Anzahl der Demonstranten sogar höher als die Opposition einschätzten, Recht hatten. Bei Interesse sind diese Videos auf meiner Twitter-Seite zu finden.
Ein interessantes Video aus Yazd, das wegen des wilden Vorgehens des Regimes für Aufmerksamkeit sorgte, ist ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht worden:
Seit Wochen gab es Ankündigungen von Studenten, dass es an diesem Tag an den Universitäten Proteste geben wird. Kurz vor dem siebten Dezember luden die Studenten das Volk ein, die Studenten zu unterstützen, indem sie zu den Universitäten kommen. Daraufhin schlossen die Bassijis die Türen ab; die Studenten brachen diese aber ein. Auf den Straßen gab es ebenfalls Demonstrationen. Tränengas und Pfefferspray reichten nicht aus um die Demonstranten auseinander zu bringen. Der Staat benutzte Luftschüsse.
Menschen, die wegen der Gefahr nicht auf die Straße kommen wollten, wurden eingeladen einen grünen Stau zu erzeugen. Berichten zu Folge gab es in Teheran 5 Kilometer lange Staus. Die Autofahrer unterstützten die Demonstranten mit Hupkonzerten. Demonstranten hatten es dadurch leichter.
grüner Stau:
Wo?
Videos und Fotos kamen (bisher) vor allem aus Mashhad, Teheran, Tabriz, Esfehan, Sanandaj und Qazvin, aber es gab auch aus anderen Städten Berichte und Fotos.
Es gibt auch Videos von Schulen. Auf dem Video unten sieht man Schülerinnen einer Mädchenschule, die ihren Lehrer um Unterstützung bitten und Freiheit der politischen Gefangenen fordern. Ich bin sehr stolz auf sie.
Slogan: "Bassiji, wo ist dein Studentenausweis?" Am Ende: "Bassiji ist wild geworden"
Verhaftungen
Offiziell wurden gestern zweihundertsechs Demonstranten festgenommen.
Nicht nur Universitäten sind unruhig, sondern auch Straßen. Es kann sein, dass in Kürze massive Straßenproteste beginnen, wie dieses Video zeigt:
Die Leute schreien hier "Chamenei ist Mörder"; anscheinend ist dieser Ausspruch ziemlich beliebt geworden. Und die Wut bleibt wohl größer als die Angst.
Universitätstüren wurden heute morgen geschlossen, die Studenten brachen aber eine Tür ein. Dadurch konnten erstmal Studenten und Menschen, die außerhalb warten mussten, auf das Universitätsgelände gehen, jedoch können sie auch langsam auf den Straßen zusammen mit anderen "Bürgern gegen die Diktatur" rufen.